Wohnschutz-Initiativen sorgen dafür, dass Investoren aussteigen

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(Bild: 260320 Wirtschaft regional: Freitagsgespräch mit Patrizia Wachter Tanner für das Immo Spezial in Sargans

Family Business Origin Story

Im Sarganser Familien-Imperium Prefera Immobilien war eigentlich der Bruder als klassischer «Sohn als Nachfolger» gesetzt. Patrizia Wachter Tanner, Ex-Skirennfahrerin, rutschte eher zufällig rein, als der Vater meinte: «Mach doch gleich deine Lehre bei uns.» Geplant war nur die Ausbildung zur «guten Sekretärin», doch der Immobilien-Vibe kickte stärker als Treuhand. Es folgten Studium in Betriebsökonomie, Master in Immobilienmanagement und Jobs ausserhalb des Familien-Business, bis sie mit 30 zurückkehrte – diesmal klar als Profi, nicht nur als Tochter.

Two Locations, Slow but Smart Growth

Heute führt sie die Prefera-Gruppe mit rund 50 Mitarbeitenden in Sargans plus neuem Standort in Chur. «Schnelles Wachstum ist nicht unser Ding», weitere Filialen nur bei «richtiger Konstellation». Der Vater ist mit fast 80 immer noch daily im Office, liefert Know-how, während die Tochter Prozesse und Digitalisierung pusht.

Housing Market Pressure und Pricing

Im Rheintal/Sarganserland herrscht Angebotsdefizit: zu wenig Wohnraum, Zuzug aus den Städten, Homeoffice-Hype, steigende Preise. «Man kann heute eigentlich nicht mehr günstig bauen.» Die Strategie: kompakte, smart geplante Wohnungen statt «luxuriöser Überdimensionierung», damit der Mittelstand überhaupt noch Chancen hat.

Verdichtung, Politik und Investor-Game

Top-Priority ist Verdichtung nach innen. Alte, unternutzte Liegenschaften sollen mehr Wohnraum liefern. Wohnschutzinitiativen lehnt sie klar ab: «Und es gilt: Kein Investor, kein Angebot.» Bewilligungsprozesse, Einsprachen und zersplitterte Parzellen bremsen Projekte. Motivation für Baulandbesitzer kommt oft erst durch Generationenwechsel oder klare Bewertungen: «Wenn die Besitzer sehen, welchen Wert das Land hat und was man daraus machen könnte, löst das oft eine Entscheidung aus.» Gemeinden setzen zunehmend auf Baupflicht und Druckmittel, um gehortetes Land zu aktivieren.

Win-win mit Downsizing und Fair Deals

Ein Hebel ist der Umzug älterer Menschen in altersgerechte, attraktive Wohnungen mit Begegnungszonen und Läden – «Das klingt nach einer klassischen Win-win-Situation.» Verkäufer verzichten teilweise bewusst auf Bieterverfahren und suchen eine junge Familie zu fairem Preis: «Da wird kein Geld verschenkt, aber der Preis wird auch nicht bis zum Letzten ausgereizt.» Gleichzeitig zögern Käufer wegen Weltlage und Kosten, obwohl «das Eigenheim in zwei Jahren vermutlich nur noch teurer sein» dürfte.

Finanzierung Struggle und Compact Living

Im Kanton St. Gallen gelten harte Bank-Regeln wie in Liechtenstein: Ohne mehr Eigenmittel durch Erbvorbezug oder Schenkung wird Eigentum «extrem schwierig». Parallel steigen auch die Mieten stark. Eigentum bleibe dennoch der beste Inflationsschutz. Lösung laut Wachter Tanner: noch kompaktere Flächen, mehr Zimmer auf weniger Quadratmetern, bei weiterhin attraktiven Grundrissen: «Das ist die Kunst des Bauens.»

Jobs, 15-Minuten-City und Regional Vision

Für langfristig strong Vibes in Sarganserland und Rheintal seien gute Arbeitgeber key – Industrie und Gewerbe brauchen genug Flächen, nicht nur Fokus auf Stadt St. Gallen. Projekte wie das «Uptown» in Mels mit Mix aus Wohnen, Gastro und Kindergarten gelten als Blueprint für Community-Building. Zukunfts-Keyword ist die «15-Minuten-Stadt». Dazu brauche es «Investoren mit Weitblick und Innovationskraft».

Prefera als Real-Estate Thought Leader

Wachter Tanner sieht sich als Vordenkerin: Wer nie «herauskommt», baut «immer das, was schon gebaut worden ist». Neben Angeboten für den Mittelstand sollen auch High-Income-Projects entstehen, um Steuereinnahmen zu pushen. Wunsch-Bild für die Region: viele gute, durchmischte Projekte, echter Orts-Charakter, Zusammenarbeit mit Denkmalpflege, passende Konzepte je Lage und smarte Mobilitätslösungen. Mehr Innovationskraft von Gemeinden und Kanton soll ermöglichen, «dass nicht nur jeder für seine Gemeinde denkt, sodass Entwicklungen wie ‹Wil West› auch bei uns möglich werden.»

About the Boss

Patrizia Wachter Tanner ist CEO der Prefera Immobilien AG in Sargans und der Alfina Prefera Immobilien AG in Chur, mit MAS in Real Estate Management sowie mehreren CAS in Bewertung, Planung und Bau-/Immobilienmanagement. Im März 2025 wurde sie in den Vorstand der Schweizerischen Maklerkammer gewählt.

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