Wir sollten nicht vergessen und die Feste auch entspannt geniessen

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(Bild: Für Dompfarrer Michael Wimmer sind es die stillen Momente

Advents-Vibes

In Schweizer Städten laufen im Advent massig Events, Konzerte und Partys. Für Dompfarrer Michael Wimmer bleibt trotzdem der Core-Content klar: Weihnachten ist nach Ostern das zweitwichtigste katholische Fest. Sein Fokus liegt nicht auf Deko oder Netflix-Marathon, denn, so sagt er: «mein Glaube ist mein Lebensinhalt, und dieses Fest ist ein wichtiger Teil davon».

Lowkey statt Kitsch-Overload

Wimmer feiert die Season eher minimalistisch. Weihnachtsfilme sind für ihn kein Must-watch: «Klar, ich kenne einige Namen von Weihnachtsfilmen, beispielsweise ‹Drei Haselnüsse für Aschenbrödel›, geschaut habe ich den Film aber nie. Das war nie so mein Ding.» Bei Songs bleibt er ebenfalls basic: «nur die Lieder, die wir in der Kirche regelmässig singen, da kenne ich den Text».

High Traffic in der Kirche

Die Agenda ist im Advent full booked: «Die Adventszeit ist vollgepackt mit unterschiedlichen Feiern, sei es in der Kirche, aber auch bei weltlichen Anlässen, zu denen ich eingeladen bin und die ich gerne besuche.» Weihnachten bezeichnet er als Chance, «mit Menschen über Glauben, Gott und Jesus zu reden, die Interesse haben und sich darüber freuen».

Holy Night Schedule

Schon vor Dezember laufen bei ihm die Vorbereitungen. Privat gibt es einen kleinen Tree, Lichter und Geschenke, das Main Event steigt aber in der Kirche. Highlight ist der Familiengottesdienst um 17 Uhr an Heiligabend – laut Wimmer «ein ganz besonderer Anlass», unterstützt von Kinderchor und Krippenspiel. «Auch Menschen, die wir sonst nicht so oft begrüssen dürfen», tauchen auf; die Kirche ist meist komplett voll, Latecomer stehen hinten.

Late-Night-Mass und Family-Time

Zweites Key-Event ist die Mitternachtsmesse um 23 Uhr mit wechselnden Vaduzer Chören. Die Pause dazwischen verbringt Wimmer mit seiner Mutter: «Wir essen gemeinsam zu Abend, unterhalten uns und schwelgen in Erinnerungen – nicht allzu lang, denn schliesslich darf ich um 23 Uhr wieder auf der Kanzel stehen.» Danach: kurzer Reset im Bett, da am 25. Dezember um 8 Uhr Frühmesse und um 10 Uhr Weihnachtsmesse anstehen.

Stress-Level vs. Silent Mode

Wimmer beobachtet rund um Weihnachten einen gesellschaftlichen Overload: «Nicht selten habe ich den Eindruck, dass die Menschen gerade in der Adventszeit stets darauf erpicht sind, ja nichts auszulassen. Sie haben so hohe Erwartungen, dass sie diese kaum erfüllen können, fühlen sich gestresst und unter Druck.» Seine Message: «Die Ruhe in dieser Zeit findet man nicht, man muss sie sich schaffen und sich auf sie einlassen. Stille ist eine Herausforderung, man ist mit sich alleine, das mögen nicht alle.» Der Spagat zwischen Social Obligations und Besinnlichkeit bleibt für viele real. Im Priesterseminar habe man ihm mitgegeben: «Es ist wichtig, dass man zwischen dem ganzen Wirbel nicht vergisst, die Feste zu geniessen.»

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