Changing the Narrative
Welttag der Suizidprävention steht unter dem Motto «changing the narrative on suicide» und setzt auf Talk statt Tabu: „Ein offenes, urteilfreies Gespräch nimmt Betroffenen die Angst, stigmatisiert zu werden, und öffnet Wege zur Unterstützung.“ Dignitas kritisiert moralische Frames, besonders in religiös-konservativen Kreisen. „Suizidgedanken sind als Ausdruck individuellen Leidens zu verstehen. Es ist wichtig, wertfrei und ergebnisoffen darüber zu sprechen – nur so lassen sich Suizidversuche und daraus entstehendes Leid verhindern.“ „Entscheidend ist schliesslich, umfassend und ergebnisoffen zu beraten, statt schnelle Antworten oder moralische Urteile zu geben“.
Facts und Action
Globally ca. 720’000 Suizide pro Jahr; Attempts deutlich höher. Pro Juventute verzeichnete 2024 Rekord-Kriseneinsätze; in >140 Fällen griffen Polizei oder Sanität ein, auch bei Jugendlichen aus Liechtenstein. Seit 2019 mehr als verdoppelt; das KIT Liechtenstein meldet ebenfalls einen Uptick. Aus der Praxis Vanessa Schafhauser-Kindle: „Wir sehen, dass immer mehr Jugendliche mit Depressionen, Angstzuständen und Überforderung zu kämpfen haben.“ Treiber sind Schuldruck, familiäre Belastungen, Social-Media-Always-On und globale Krisen. KIT liefert Beratung, persönliche Gespräche und Weitervermittlung – mit dem Signal: „Wir wollen signalisieren: Ihr seid nicht allein, ihr werdet gehört.“
