Windkraft-Gebiete lösen Vogelschutz-Appell in Balzers und Ruggell aus

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(Bild: Bei Windkraftprojekten muss auch an den Schutz der Tiere in den Lüften gedacht werden.)

Vogel-Stats vs. Windrad-Hype

In der Schweiz crashen laut Bundesamt für Energie und Vogelwarte Schweiz pro Jahr geschätzt 36 Millionen Vögel wegen Katzen, Glas und Traffic. Dagegen stehen im Schnitt nur 20 tote Vögel pro Windanlage und Jahr. Trotzdem gilt: Jedes tote Tier ist tragisch, vor allem bei bedrohten Species.

Liechtenstein-Check durch Nateco

Für die Strategische Umweltprüfung holte die Regierung das Basler Büro Nateco ins Game. Auf Basis von Datenbanken, Gefährdungsgrad und Expertentalks wurden vier Windeignungsgebiete bewertet, ohne neue Feldstudien. Resultat: In zwei Gebieten ist ein Grossteil der Fläche «kritisch». Dort wird von Anlagen abgeraten oder es braucht «bedeutende Schutzmassnahmen».

Hotspots Ruggell und Balzers

Seit 2013 wurden 5133 Vogelnachweise und 484 Brutnachweise gezählt. Balzers hat laut Gutachten das «höchste Konfliktpotenzial», brisant wegen Arten wie Wanderfalke, Uhu und Steinadler; 32 von 61 Brutarten sind gefährdet. Ruggell liefert die meisten Nachweise, inkl. Feldlerche only there und Weissstorch-Kolonie; Nateco warnt, dass Abschaltsysteme der Rotoren zu Ausfällen führen könnten, «sodass fraglich ist, ob der daraus resultierende Ertragsverlust noch vertretbar wäre».

Fledermaus-Faktor

Rund 20 der 40 europäischen Fledermausarten leben in Liechtenstein. Laut Gutachten zeigt ein neun Kilometer grosser Jagdradius «die Reichweite möglicher Konflikte». Balzers gilt auch hier als «kritischer Standort». Empfohlen wird, Windräder eher in intensiv genutzten Landwirtschaftsflächen zu platzieren, mit Abstand zu Landschaftsstrukturen und naturnahen Habitats, besonders zu revitalisierten Gewässern und Uferzonen als Insekten-Hotspots.

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