Wenn ich nicht gehe, werde ich es vielleicht irgendwann bereuen

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(Bild: "Rodeln für mich noch ein Hobby

Background-Story

In Triesenberg läuft ein Real-Life-Sports-Movie: Wolfgang Schädler, Ex-Rennrodler und später Global Coach, startet als Bub im lokalen Rodelclub seines Vaters. Aus Fun wird Hardcore-Career – mit Olympia-Starts 1976, 1980, 1984 und einem dritten Platz im Gesamtweltcup 1984/85. Sein Fazit zur frühen Chance: «Früher kam man nicht so leicht in der Welt umher, die Chance, nach Imst zu reisen, wollte ich unbedingt nutzen.»

Global Coach-Mode

Ab 1986 trainiert er zuerst die USA, dann Russland, später China. Englisch kann er am Anfang null: «Wer weiss, ob ich es bereut hätte, wenn ich nicht gegangen wäre.» Am Flughafen Chicago: «Ich wurde nervös und hatte Angst, den Flieger zu verpassen.» Später trifft er Bill Clinton und sagt: «Als einfacher Triesenberger war ich ziemlich nervös, bevor ich zum ersten Mal dem amerikanischen Präsidenten begegnete.» In Sotschi checkt er Putin: «Putin spricht ein gutes Deutsch.»

Family und Grind

35 Jahre Auslands-Jetlife, während Barbara daheim mit drei Kids abliefert: «Ja, es war schon streng, allein mit drei Kindern. Aber man kann alles lernen und gewöhnt sich daran …Dafür haben wir uns aber immer aufeinander gefreut und geniessen heute die gemeinsame Zeit umso mehr.»

Medals und DIY-Tech

Mit USA und Russland holt er sechs olympische und 20 WM-Medaillen. Extra-Feature: Er baut die Schlitten selbst. «Rund drei Wochen dauert es, einen Schlitten zu bauen, wenn eine meiner Standardformen passt.» Insgesamt etwa 350 Stück.

China-Challenge und Covid-Lock

In China coacht er ein Team, von dem viele vorher «noch nie Schnee gesehen» haben. Quarantäne 2020 wird zur Mental-Challenge: «In der zweiten Woche überlegte ich mir, wie es sich als Häftling in einem Gefängnis anfühlen muss, in der dritten Woche fühlte ich mich stark meiner Lebenszeit beraubt.» Trotz Travel-Ban qualifizieren sich vier Chines:innen für Peking 2022.

Next Gen-Hustle

Nach zwölf Winterspielen steigt er als Auslandstrainer aus. Fokus jetzt: Family-Time und Homebase-Impact. Im «Bärger Rodelclub» schraubt er weiter ein bisschen an Schlitten, aber mit klarer Vision: «Er soll zurück in die Köpfe der Liechtensteiner.» Ziel: genügend 10- bis 14-Jährige mit «Ehrgeiz und Durchhaltevermögen», um bald bei Jugendolympiaden zu starten.

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