Wenn’s um neue IDs und Pässe geht, ist bald Schluss mit eigenen Fotos. Die Regierung hat beschlossen, dass die Biometrie-Selfies direkt beim Ausländer- und Passamt (APA) geknipst werden. ’ne Praxis, die in der Schweiz schon Standard ist, hat jetzt auch bei uns in Liechtenstein grünes Licht bekommen.
Impact aufs Business
Die Gesetzesänderung hat Hans-Jörg Kaufmann, von dem Fotofachgeschäft Kaufmann in Schaan, schon voll getroffen. Seine Haupteinnahmequelle ist weggebrochen. Er muss jetzt gucken, wie er weiterhin seine Miete und Löhne covern kann.
Regeln für’s perfekte Biometrie-Selfie
35 x 45 Millimeter, direkter Blick in die Kamera und neutraler Hintergrund – das sind nur einige der vielen Vorschriften für ein passendes biometrisches Gesichtsfoto. Bisher konnten Leute ihre Fotos entweder an ’nem Fotoautomaten machen oder direkt beim Profi erstellen lassen.
Convenience für die Konsumenten
Viele finden es mega, dass die Fotos jetzt direkt beim APA gemacht werden. Man spart sich den Weg zum Automaten oder Fotofachgeschäft und die damit verbundenen Kosten. Zusätzlich kann das APA sicherstellen, dass alle Fotos gesetzeskonform sind und vermeidet Diskussionen über nicht zulässige Bilder.
Sicherheits-Upgrade
Mehr als ein Drittel der mitgebrachten Fotos haben laut Regierung nicht den formalen oder qualitativen Anforderungen entsprochen. Mit der Gesetzesänderung wird die technische Qualität der Bilder standardisiert und Manipulationen wie „Morphing“ verhindert.
Verluste fürs Fotofachgeschäft
Die Gesetzesänderung scheint nur Vorteile zu haben, außer für Kaufmann. „Es ist ein Betrag, der uns fehlt, mit dem wir unsere Miete und Löhne finanzieren konnten“, sagt er.
Kritik am Vorgehen
Kaufmann kritisiert, dass weder das Passamt noch das Ministerium für Wirtschaft mit ihm Kontakt aufgenommen haben. „Wir fühlen uns vor den Kopf gestossen“, resümiert er heute. Das Passamt hält dagegen und sagt, dass eine öffentliche Anhörung durchgeführt wurde, bei der auch Wirtschaftsverbände eingeladen waren.
Das Ende der Fotogeschäfte?
Kaufmann betont, dass er und seine Kollegen ihren Job beherrschen und auf über 30 Jahre Berufserfahrung zurückblicken können. Für ihn steht fest: „Irgendwann wird es kein Fotofachgeschäft in Liechtenstein mehr geben – und das womöglich schon sehr bald.“
