„wavvyboi“ mischt beim ESC-Ticket-Vibe mit

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(Bild: wavvyboi bringt mit seinem Song«Black Glitter» Haltung und Power auf die grosse ESC-Bühne.)

ESC-Hustle in Berlin

Am 28. Februar steigt in Berlin «Eurovision Song Contest – Das Deutsche Finale 2026». Neun Acts battlen um das golden Ticket nach Wien, wo am 16. Mai der ESC abgeht. Host-Line-up: Barbara Schöneberger und Hazel Brugger. Erst wählt eine internationale Jury drei Faves, dann entscheidet das TV-Publikum. Zwischen Big Names wie Sarah Engels und Ragazzki steht auch der 27-jährige Balzner Simon Vogt-Grande aka wavvyboi im Line-up.

From Balzers to Big Stage

Für ihn war früh klar: «Für mich war im Leben relativ früh klar, dass ich unbedingt Musik auf einer grossen Bühne spielen möchte.» Sein Move über Deutschland erklärt er nüchtern: «Ich habe den grössten Teil meiner Community und meiner Musik im deutschen Raum, weshalb es aus meiner Sicht ein sinnvoller Schritt gewesen ist.» Zum Finale sagt er: «Es sind viele talentierte Musikerinnen und Musiker dabei und ich bin mir sicher, dass es noch viel mehr Talente nicht geschafft haben, die es aber genauso verdient hätten.» Wichtigstes Mindset: «Meine Mama wäre sicherlich stolz auf mich. Das ist das Wichtigste. Denn ich habe ihr einmal versprochen, alles zu geben, wenn ich diese Zukunft als Musiker weiter verfolge.»

No Competition Vibes

Den ESC-Run sieht er nicht als Ego-Battle: «Ich sehe Musik nicht als Wettkampf an und versuche, mich gar nicht mit anderen Künstlerinnen und Künstlern zu vergleichen – auch wenn das leichter gesagt ist, als getan», erklärt er und ergänzt selbstkritisch, er glaube sogar, «dass die anderen Finalisten alle besser singen können als ich». Fokus liegt auf Creativity – inspiriert von Keith Richards und Kurt Cobain. Statt ESC-Daydream: Er versucht, «jeden Tag noch besser zu werden», während Jury und Publikum entscheiden dürften, «ob sie das in Wien sehen wollen».

Mental Health und Studio-Mode

Für die Live-Show vor Millionen setzt wavvyboi auf Selfcare-Plan: «Viel Therapie und viele Vocal-Coaching-Stunden sind angesagt». Gleichzeitig kennt er sein Overthinking: «Dabei weiss ich genau, wie wichtig es ist, die Musik atmen und die Dinge auch einmal ruhen zu lassen.» Recharge gibt es mit David-Bowie-Interviews, Placebo auf Vinyl und Trips in Tolkiens Mittelerde bei gedimmtem Licht.

„Black Glitter“ und Queer Visibility

Der Wettbewerbs-Track «Black Glitter» ist als Empowerment-Hymne angelegt. Entstanden in den Limusic Studios in Südfrankreich, um «endlich denjenigen Menschen Kraft geben, die täglich für ihre Diversität kämpfen müssen – und das vor allem in einer Welt, die immer noch konservativer wird an allen Stellen». Die Mischung aus Fragilität und verzerrten Gitarren definiert seinen neuen Sound und steht klar für queere Sichtbarkeit: «Gerade jetzt, wo die Welt immer konservativer wird, braucht es mehr Aufmerksamkeit für diese Themen. Viele junge Menschen erleben grosse Angst, sich zu outen und trauen sich kaum, über ihre Gefühle zu sprechen, da sie ohnehin nicht ernst genommen werden.» Ziel ist, ihnen mit Texten und Distortion «genau so, wie es die Rockmusik früher geschafft hat, Menschen zusammenzubringen» eine Stimme zu geben. Sein Leitmotiv zitiert er von Jimi Hendrix: «When the power of love overcomes the love of power, the world will know peace.»

Zum Originalartikel

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