Warum kosten Liechtensteiner Patienten mehr als Schweizer?

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(Bild: iStock)

Krass steigende Gesundheitskosten

Die Gesundheitskosten in der Obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP) sind seit 2004 um 62 Prozent in die Höhe geschossen. Nur um die alternde Bevölkerung geht’s dabei nicht, sagt die Stiftung Zukunft.li in ihrer neuesten Studie. Lediglich ein Drittel der Kostenexplosion lässt sich durch den demografischen Wandel erklären. «Das Bevölkerungswachstum, der medizinisch-technische Fortschritt, aber auch eine hohe Anspruchshaltung spielen ebenso eine Rolle wie Anreizmechanismen sowohl für die Patientinnen und Patienten als auch für die Leistungserbringer», so der Think-Tank.

Vergleich mit der Schweiz

Ein Blick nach nebenan zeigt: In Liechtenstein sind die OKP-Kosten pro Kopf 20 Prozent höher als in den Schweizer Kantonen St. Gallen und Graubünden. Dabei ist alles ziemlich gleich: gleiche Tarife, ähnliche demografische Struktur. Trotzdem rennen die Liechtensteiner 10 Prozent häufiger zum Doc oder ins Spital. «Insgesamt können die höheren Pro-Kopf-Kosten nicht auf systematische Unterschiede zurückgeführt werden, sondern sind zu einem hohen Anteil hausgemacht», lautet das Fazit der Studienautoren.

Verhaltensökonomische Einflüsse

Die Studie hat sich auf verhaltensökonomische Einflüsse fokussiert und zeigt: Weniger Versicherte in Liechtenstein wählen eine höhere Franchise. In der Schweiz hingegen zahlen viele Versicherte mehr aus eigener Tasche und sparen dadurch bei den Prämien. Das führt dazu, dass Gesundheitsleistungen bewusster und sparsamer in Anspruch genommen werden.

Anreizwirkungen stärken

Die Studienautoren sehen Handlungsbedarf: Stärkere Anreizwirkungen durch höhere Franchisen und Selbstbehalte für alle Versicherten – auch für Kinder und Rentner. Thomas Lorenz von der Stiftung Zukunft.li betont, dass die Zahlen für sich sprechen. Wenn man die Gesundheitskosten senken wolle, müsse man bereit sein, diesen Volksentscheid zu hinterfragen und lieber Prämienverbilligungen gezielt auszubauen, statt ganze Gruppen von der Franchise zu befreien.

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