VP Bank in der Krise
Die VP Bank hat einen krassen Gewinneinbruch verkündet: Der Halbjahresgewinn liegt mit 11,5 Millionen Franken um 54,8 Prozent tiefer als letztes Jahr. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis ist bei heftigen 91,5 Prozent, der Geschäftsertrag fiel um 13,6 Prozent auf 162,6 Millionen Franken. Interims-CEO Urs Monstein meinte gestern: «Mit dem Resultat können wir nicht zufrieden sein. Und wir sind es auch nicht.»
Sparmaßnahmen und Strategiewechsel
Ein Sparpaket soll nun 20 Millionen Franken einsparen. Allerdings werden im zweiten Halbjahr Restrukturierungskosten von 10 bis 12 Millionen Franken anfallen. 100 Stellen werden abgebaut, was 10 Prozent der Belegschaft betrifft. Das Büro in Hongkong wird geschlossen, 14 Personen verlieren ihren Job. Auch am Hauptsitz in Liechtenstein und anderen Standorten wird es Kündigungen geben.
Kundenfokus und Wachstumsziele
Verwaltungsratspräsident Stephan Zimmermann betonte, man wolle die Stärken der Bank nutzen und sich auf profitable Standorte konzentrieren. Ziel sei es, die Kunden wieder in den Mittelpunkt zu stellen und Prozesse zu optimieren. «Wir wollen unsere Stärken nutzen und uns von Dingen trennen, die nicht den erhofften Erfolg gehabt haben.»
Finanzielle Performance
Der Geschäftsertrag ist durch höheren Zinsaufwand geprägt, der Erfolg aus dem Zinsgeschäft sank um 27 Prozent. Der Aufwand sank um 6 Prozent auf 148,8 Millionen Franken. Die betreuten Kundenvermögen stiegen auf 50,4 Milliarden Franken. CFO Roger Barmettler erklärte, dass die Bank weiterhin eine starke Kapitalisierung und gute Liquidität habe.
CEO-Wechsel und Zukunftsaussichten
CEO Paul Arni ist im Mai zurückgetreten, Urs Monstein hat interimistisch übernommen. Die Suche nach einem neuen CEO läuft noch, es gibt aber schon Gespräche mit geeigneten Kandidaten, so Zimmermann.
