Elternzeit-Drama in der Schweiz
Die geplante Verschiebung der Einführung bezahlter Eltern- und Vaterschaftszeit auf 2026 sorgt für dicke Luft. Die Regierung meint, die Umstellung der Finanzierung auf die Familienausgleichskasse (FAK) braucht Zeit. Der Liechtensteinische ArbeitnehmerInnenverband (LANV) sieht das als den „nächsten Akt im Trauerspiel“. Die IG Elternzeit kontert scharf, dass die Regierung sich hinter „vermeintlichen wirtschaftlichen und administrativen Hürden“ versteckt. Forderungen nach einer Einführung schon 2025 kommen von diversen Organisationen, die auch mehr als zwei Monate Vergütung wollen.
Kosten-Streit
Die Regierigen schlagen eine Finanzierung der Mehrkosten durch Arbeitnehmerbeiträge vor, während Organisationen eine paritätische Aufteilung fordern. Arbeitgeber würden profitieren, wenn die Taggeldprämien fallen. Die FAK war bisher nur durch Arbeitgeber finanziert.
Vaterschaftszeit bei Totgeburt
Ein Abänderungsantrag für Vaterschaftszeit bei Totgeburten nach der 24. Woche könnte durchkommen. Der Verein Sternenkinder betont den emotionalen Ausnahmezustand der Eltern. Die Regierung meint, dass eine generelle Freistellung bei Kindersterben vorgesehen sein müsste. Finanziell wäre das kaum teuer, da seit 2019 nur fünf Totgeburten registriert wurden, aber es gibt wohl eine Dunkelziffer, so Amtsleiter Sven Lässer.
