Privatisierung von Radio L – Hot Topic in Liechtenstein
Am 27. Oktober steht Liechtenstein vor einer wichtigen Entscheidung: Soll das Gesetz über den Liechtensteinischen Rundfunk abgeschafft werden? Ein „Ja“ bedeutet das Ende des öffentlich-rechtlichen Rundfunks Ende 2025, sofern kein privater Investor gefunden wird. Klartext: Kein Investor, kein Radio L mehr. Der Abstimmungskampf läuft heiß, die Wahlunterlagen sind schon auf dem Weg.
Geld oder Auftrag?
Im „Vaduzer Medienhaus“ trafen sich die Pro- und Contra-Lager für ein intensives Duell. Thomas Rehak von der DPL und Jürg Bachmann, Verwaltungspräsident von Radio L, diskutierten 45 Minuten lang. Rehak sieht das Problem nicht im Geld, sondern im Auftrag: „Es kann nicht sein, dass die Politik verlangt, einen Auftrag zu erfüllen, der aber nichts kosten darf.“ Bachmann hingegen sieht die 4 Mio. Franken als fairen Deal: „Ein verantwortbarer Betrag, der weder ein Rolls Royce, aber auch kein Töff ist.“
Privatisierung – Ein Zukunftsthema?
Rehak drängt auf Privatisierung, um Radio L tragfähig zu machen, während Bachmann eine schrittweise Evolution bevorzugt. Beide sind sich einig, dass ein öffentlich-rechtliches Radio unterstützt werden muss, aber die Wege dorthin sind unterschiedlich. Bachmann warnt: „Wenn ein Medium einmal verschwunden ist, kommt es nicht mehr.“ Rehak bleibt skeptisch und betont: „Die Historie von Radio Liechtenstein spricht für sich.“ Die Zukunft von Radio L bleibt also spannend und ungewiss.
