Verhangene Vibes bei blauen Songs

1 Min Read
So wie Jürg Hanselmann die acht Gedichte Hermann Hesses musikalisch zu einem Zyklus geformt hat

Ein Abend voller Musik-Magie

Jürg Hanselmanns neuer Liederzyklus „Blauer Schmetterling“, inspiriert von Hermann Hesses Gedichten, feierte am Sonntag in Schaan seine Live-Premiere. TAK-Intendant Thomas Spieckermann fand, es sei höchste Zeit, die bereits auf CD erschienenen Stücke der Öffentlichkeit zu präsentieren. Unterstützt von der Internationalen Josef Gabriel Rheinberger Gesellschaft, wurde der Abend im abgedunkelten TAK-Theater zur „Black Box“ für musikalische Neuheiten. Klassik-Fans wurden dank Tenor Karl Jerolitsch nicht enttäuscht.

Transzendente Liedgestaltung

Den Auftakt bildeten Rheinbergers „Sieben Lieder op. 26“. Jerolitsch beeindruckte mit seiner reifen, klaren Stimme, die in Schubert-Liedern die Sterne zum Leuchten brachte. Hanselmann präsentierte seine „Segantini-Studien“ für Klavier solo, die rhythmische und tonale Abenteuer in Segantinis Gebirgslandschaften boten. Die Pausen-Bar-Lounge-Musik wirkte dagegen fast surreal.

Neuer Hesse-Zyklus „Der blaue Schmetterling“

Hanselmanns dritter Hesse-Zyklus, entstanden 2021, verbindet die Gedichte in gotischer Fensterform: Von düsterer Ruhe zu aufklarender Stimmung, bis der blaue Schmetterling entschwebt. Die Musik betont oft Resignation, lässt aber auch Hesses Ironie und tröstliche Versöhnung aufblitzen.

Zum Originalartikel

Leave a comment