Also, so sieht’s aus: Kurz vor der 60. Kunstbiennale in Venedig – der Mega-Event für Kunstnerds auf der ganzen Welt – wurden Ursula Wolf und Elmar Gangl vom Ministerium für Gesellschaft und Kultur in Liechtenstein ins Boot geholt. Warum? Ein anderes Projekt war wohl nicht so fresh, wie man sich das vorgestellt hat. Jetzt sollen die beiden dafür sorgen, dass Liechtenstein in Venedig so richtig glänzt. Gangl dazu: „Wir haben ein bisschen nachgedacht und dann ziemlich spontan zugesagt – vor allem, weil wir die Sache cool finden.“ Übersetzung: Sie wollen aktuelle Kunst aus Liechtenstein bei der Biennale zeigen.
Zeitdruck, aber mega motiviert
Wolf und Gangl wussten: Die Zeit ist knapp und es wird sicher nicht easy. Aber nach hunderten Stunden Arbeit und Kämpfen können sie jetzt schon mal die Medien über den Auftritt in Venedig informieren. Liechtenstein zeigt sich 2023 unter dem Motto „Klafter – Wert und Wertschätzung“, wobei die Künstlerin und Sängerin Karin Ospelt eine Videoinstallation erarbeitet hat. Das Special: Liechtenstein ist das erste Mal nicht nur kurz in Venedig, sondern die Ausstellung geht bis Ende Oktober.
Wert und Wertschätzung – mehr als nur Worte
Wolf und Gangl hatten das Konzept für „Klafter“ schon einen Monat nach ihrer Zusage fertig. Für Wolf war das Thema nichts Neues: Sie hat schon länger über Wert und Wertschätzung nachgedacht und ihre Kunstpreise dem Klafterpreis von Schaan angepasst. Ihre Überlegung: Wertschätzung kann den Wert von etwas erhöhen und umgekehrt. In Venedig soll das Klafter dann als Bühne, Podest und Plattform dienen, um Kunst zu zeigen – wobei sein Wert sich je nach Ort ändern kann.
Kunst aus Schnee und Rüben
Ospelt hat das Klafter mit ihrer Kunst zum Leben erweckt. Ihre Inspiration: Malbuner Schnee und Randen, zwei typisch liechtensteinische Materialien. Durch ihre Kunst hat sie den scheinbar wertlosen Dingen einen Wert gegeben. Sie hat im Winter Kunstaktionen in einem kleinen „Kunstbeet“ in der Größe eines Klafters durchgeführt und dabei Videomaterial gesammelt. Das Resultat: eine poetische Videoarbeit, die sie in Venedig präsentieren wird.
Von Venedig nach Liechtenstein
Die Kuratoren haben sich für Ospelt entschieden, weil sie ihre Arbeit kennen und ihr vertrauen. Die Zeit war knapp, daher war ein Künstlerwettbewerb keine Option. Auch die Suche nach einem Ausstellungsort war tricky. Aber jetzt sind alle Bewilligungen da und Gangl ist optimistisch, dass bis zur Eröffnung am 18. April alles fertig ist. Kulturminister Frick hofft, dass viele Gäste aus Liechtenstein die Ausstellung besuchen werden. Und wer nicht nach Venedig kommt, kann die Videoinstallation später in Liechtenstein anschauen.
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