Geiler Nervenkitzel in Vaduz
Also, peilt mal, in der Gegend «Spania» in Vaduz gibt’s ständig sus Steinschläge und Murenabgänge. Der Schutzwald dort ist total hinüber, skrt! Beim letzten Mal am 16. Mai haben die Steine das schon evakuierte Haus in der Spaniagasse 22 voll erwischt, und das Steinschlagschutznetz ist auch komplett gecrashed. Es gab schon Sofortmassnahmen, aber das reicht nicht. Die Regierung hat deshalb beim Landtag mehr Knete eingefordert. Sie brauchen 600 000 Franken mehr, um eine Sammleranlage zu installieren, die vor Steinschlägen und Hangmuren schützt. «Ohne mehr Budget kann der Schutz der umliegenden Gebäude nicht umgesetzt werden und es müsste mit entsprechenden Schäden gerechnet werden», hat die Regierung dem Landtag gesagt.
Was wird aus dem Haus Nr. 22?
Das Haus an der Spaniagasse 22 ist besonders screwed. Es wurde während einem heftigen Regen am 15. Mai 2023 evakuiert. «Am 16. Mai gab es einen Hangmurenabgang, der das Schutznetz hinter dem Gebäude zerstört hat. Seitdem darf das Gebäude nicht mehr benutzt werden», sagt das Innenministerium. Aber was passiert jetzt mit dem Haus? Kann es irgendwann wieder bewohnt werden? Das Innenministerium sagt, dass sie gerade die Machbarkeit von möglichen Schutzmassnahmen für das Gebäude und die umliegenden Gebäude prüfen. Die Entscheidung wird zusammen mit der Eigentümerin getroffen, deshalb kann man noch nichts Konkretes sagen.
Triple Threat in Spania
Emanuel Banzer, der Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz, erklärt, dass das Gebiet «Spania» wyld ist und gleich drei Gefahrenquellen hat. Die erste Gefahr ist die Moräne auf der Felsspitze. Die kann sich jederzeit lösen, sogar wenn es nicht regnet. «Diese Schicht ist sehr hartgepresst, aber Teile davon können sich jederzeit lösen. Zum Beispiel bei einer Frostsprengung, wenn gefrorenes Material auftaut, oder wenn das Gestein verwittert. Dann kommt die Moräne ins Rutschen und Teile davon brechen ab.» Die zweite Gefahr ist das Material, das sich bei Regen verflüssigt und den steilen Hang runterrutscht. Das führt zu den Murenabgängen. Die dritte Gefahr ist der steile Hang selbst, der wegen des fehlenden Schutzwaldes gefährlich ist.
Die neue Lösung, die sie jetzt vorbereiten, muss all diese Gefahren berücksichtigen. «Denn jede von ihnen kann zerstörerische Ausmasse annehmen», sagt Banzer.
Spanias wilde Jahre
In den letzten drei Jahren gab es im Gebiet «Spania» mehrere heftige Vorfälle. Am 21. Februar 2021 gab es einen Felssturz im Wald. Am 2. März hat das Amt für Bevölkerungsschutz eine kontrollierte Sprengung gemacht, um weitere Steinschläge zu verhindern. Am 31. Dezember des gleichen Jahres gab es einen Hangrutsch etwas weiter nördlich – zwei Häuser mussten evakuiert werden. Im Juli 2022 gab es wegen Regenfällen wieder einen Hangrutsch. 100 bis 200 Kubikmeter Material sind in wenigen Minuten in die Schutznetze gerutscht, die komplett gefüllt waren und nicht mehr funktioniert haben. Wieder musste eine Person aus ihrem Haus evakuiert werden.
Am 10. Mai dieses Jahres gab es den nächsten Erdrutsch und nur sechs Tage später, am 16. Mai, haben Rutschungen in demselben Bereich mehrere Keller überflutet.
