Die Typen, die nix mit dem Bauen am Hut haben, haben der Gemeinde echt geile Optionen für das Mühleholz-Quartier aufgetischt. Und das Beste? Die Gemeinde hätte dafür keinen Cent rausrücken müssen. Im Gegenteil: Die Baurechtsbewerber hätten sogar dafür blechen müssen.
Medienpark und News-Café – Mehr als nur Business
Der Medienpark des Vaduzer Medienhauses wäre ein chilliger Spot für Unternehmen aus der Branche geworden, mit massig Job-Optionen. Das geplante News-Café wäre mehr als nur ’n Ort zum Zeitung checken, sondern auch ’n Ort der Debatte – der Podiumsdiskussionen, Vorträge, Lesungen und so weiter – geworden: Ein offenes Lokal mit gesellschaftlichem und demokratiepolitischem Mehrwert.
Rundum-sorglos-Angebot – Alles was du brauchst
Das Rundum-sorglos-Angebot von Sozialfonds und Verling & Partner wäre aus Sicht der Gemeinde wohl noch verlockender gewesen. Ein Generationenhaus mit Wohnraum an vorteilhafter Lage zu leistbaren Konditionen, Kinderbetreuung, Gastronomie mit Saal: Was auch immer sich die Gemeinde gewünscht hätte, sie hätte es bekommen – ohne auch nur einen Rappen dafür zu bezahlen.
Und noch mehr…
Und als wär das noch nicht genug: Als Alternative zu einer Vergabe im Baurecht bot Architekt Helmuth Verling der Gemeinde gar noch das Residence-Grundstück mitten im Vaduzer Städtle zum Tauschan.
Die Entscheidung der Gemeinde
Aber die Gemeinde wollte das alles nicht. Sie hat sich dafür entschieden, das Restaurant Mühle für viel Geld halbherzig zu sanieren und einen Großteil der Liegenschaft kontrolliert vergammeln zu lassen. Ziel ist ein Gastronomiebetrieb in den Mauern des alten Landgasthofes, der voraussichtlich dauerhaft mit Steuergeld subventioniert werden muss. Die Folgekosten dürften massiv höher ausfallen als die abgesegneten Investitionskosten von 3,4 Millionen Franken. Denn bereits jetzt ist klar, dass weitere Sanierungen nötig sein werden.
Die Konsequenzen
Was hier entschieden wurde, ist ökonomisch, ökologisch und politisch nicht tragbar. Die Alten vergleichen das Ganze bereits mit dem Investitionsdebakel Hotel Gaflei in den 60er-Jahren, welches über Umwege wenigstens in der Gründung einer Kabarettgruppe gipfelte.
Bleibt also zu hoffen, dass die Mühle-Posse dem Schlösslekeller ein abend- und saalfüllendes Programm beschert. Mit etwas Distanz kann man im Süden von Vaduz bestimmt köstlich über das Millionengrab im Norden lachen.
dsele@medienhaus.li
