Debatte um Trauerzeit-Update
Im Landtag läuft ein Policy-Talk zur Frage, ob es in Liechtenstein eine einheitliche paid Trauerzeit geben soll. Die Regierung bleibt eher no-change: «Trauer lässt sich nicht in starre Paragrafen pressen», erklärt Innenminister Hubert Büchel und verweist auf bestehende Freistellungen, meist drei bezahlte Tage, teils über GAV, die rund 40 bis 45 Prozent der Arbeitsverhältnisse covern.
Kritik und Gap im System
Lino Nägele (FBP) findet die Antwort «technokratisch und erstaunlich kühl». Er betont: «Trauer muss ohne finanziellen oder zeitlichen Druck möglich sein» und wundert sich, warum keine Mindestregel geprüft wurde. Landtagspräsident Manfred Kaufmann (VU) stellt fest: «Die bestehende Praxis mag organisatorisch erklärbar sein. Ob sie aber dem menschlichen Bedürfnis nach Zeit, Raum und Würde gerecht wird, bleibt eine offen».
Eltern im Fokus
Auslöser war der Wunsch nach zwei Wochen bezahlter Vaterschaftszeit bei Totgeburt ab Woche 24. Franziska Hoop (FBP) pusht eine klar geregelte, von der FAK finanzierte Trauerzeit beim Verlust eines minderjährigen Kindes: «Wir tragen als Gesellschaft eine Verantwortung». Durchschnittlich sterben 2,4 Minderjährige pro Jahr; mehrere Abgeordnete halten eine gesetzliche Lösung für realistisch.
