Streit um Gender-Sternchen eskaliert

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(Bild: Noah Bubenhofer

Gender-Debatte als Language-Update

In der Schweiz läuft ein Deep Dive in «geschlechtergerechte Sprache». Ziel: alle Identitäten im Wording sichtbar machen und verhindern, «dass niemand aufgrund seines Geschlechts benachteiligt werden sollte». Im Fokus steht ein Genus-System mit Maskulinum, Femininum und Neutrum, das die Umsetzung ziemlich komplex macht.

Was Sprache über Gender macht

Sprachwissenschaftler Noah Bubenhofer fragt: Was sagt Forschung zu Sprache und Geschlecht, kann Sprache Society wirklich verändern, und «wer entscheidet darüber, was wir mit Sprache tun?» Er unterscheidet Sexus (bio), Gender (sozial konstruiert), semantisches Geschlecht («Mutter», «Junge», «Kuh») und Genus – und betont, Grammatik sei nicht Biologie.

Mindset, Images und Sternchen

Bei «Ärzte» entstehen im Kopf Männerbilder, «Dorsch» oder «Sellerie» wirken neutral. «Es geht aber eben nicht nur darum, wer angesprochen wird, sondern wer sich angesprochen fühlt. Reden ist auch sprachliches Handeln.» Sprache präge Wahrnehmung von Wirklichkeit. «Aber es gibt Menschen, die sich weder als Frau noch als Mann sehen.» Ein Stern könne sensibilisieren und «eine andere Form von Wirklichkeit» formen. Simone de Beauvoir wird zitiert: «Man ist nicht als Frau geboren, man wird es.»

Rules, Corporate Language und Reality-Check

Ziel sei, «Menschen höflich anzusprechen – so, dass sie sich wertgeschätzt fühlen». Privat entscheide jede Person selbst, Firmen regelt die Corporate Language, Behörden folgen Duden und Co. Laut Umfrage von «20 Minuten» und Tamedia (2023) bevorzugen nur fünf Prozent den Genderstern; 75 Prozent achten eher nicht oder gar nicht auf gendergerechte Sprache.

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