Staat und das Bauprojekt-Dilemma – keine easy Match

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Die Renovierung des Post- und Verwaltungsgebäudes für unsere Landesbibliothek wird ein fettes Loch in die Kasse reißen – 36,5 Millionen Schweizer Franken, um genau zu sein. Das sind 5,5 Millionen mehr als ursprünglich geplant. Scheint so, als ob die Machbarkeitsstudie etwas zu chillig war. Unsere Regierung hat zugegeben, dass sie beim Brandschutz, der Statik und den Elektroinstallationen etwas zu wenig Cash bereitgestellt hat.

Back to the 70s

Das Gebäude stammt aus den 70ern und wurde von Architekt Franz Marok entworfen, der zufällig der Daddy von unserer aktuellen Regierungsrätin Graziella Marok-Wachter ist. Wer schon mal ein 70er-Jahre-Gebäude auf Vordermann gebracht hat, weiß: Brandschutz war damals nicht so angesagt, die Statik eher so semi wichtig und die Elektroinstallationen sind heute nicht mehr fresh. Bei einem öffentlichen Gebäude sind wir erst am Ende der Planungsphase darauf gekommen. Seriously?

Kein Raketenwissen, oder?

So, wer hätte das gedacht? Tausende von Büchern und Regalen sind etwas heavier als ein paar Büroschreibtische. Haben wir keine Experten, die schon bei einer Besichtigung checken, dass wir für den Brandschutz in einer Bibliothek additional Stuff benötigen? Und sollte nicht jeder Elektriker beim Blick in die Schaltkästen checken, dass hier mit ein bisschen Make-up nichts zu retten ist?

Spätsommer-Schock

Letzten Sommer hat unsere Regierung den Landtag um 1,85 Millionen Franken für mehr Nachhaltigkeit und Biodiversität im Aussenraum der neuen Landesbibliothek gebeten. Wie es am Dienstag hieß, wussten sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, dass für wichtigere Dinge mehr Money benötigt wird. Das ist schwer zu glauben.

Immer wieder das Gleiche

Es scheint, dass wir in Liechtenstein bei öffentlichen Bauprojekten immer wieder das Pferd von hinten aufzäumen: Wir wollen die besten Architekten, die schicksten Materialien, die beste Ausstattung und die maximale Nachhaltigkeit – nur ein realistisches Budget kriegen wir nicht hin. Entweder wurde bei der Machbarkeitsstudie wieder nur das Minimum berücksichtigt, oder beim Architekturwettbewerb wurde einmal mehr nicht auf die Kosten geachtet.

Trust Issues

In Liechtenstein geht es nicht primär ums Geld. Der Staat hat genügend Reserven für Investitionen. Aber es geht um Vertrauen. Wenn für ein Projekt ein Preis festgelegt wird, sollte die Bevölkerung darauf vertrauen können, dass dieses im vorgegebenen Rahmen umsetzbar ist. Das bedeutet entweder eine genauere Kalkulation und Prüfung von Anfang an oder eine großzügigere Reserve für unvorhergesehene Kosten. Andernfalls bleibt nur die Anpassung des Projekts, so wie es jeder private Bauherr in dieser Situation tun müsste. Oft könnte dies bei öffentlichen Bauprojekten allein durch das Weglassen von architektonischem Schnickschnack erreicht werden.

Ein kleiner Lichtblick

Man muss der Regierung zugutehalten, dass sie in diesem Fall im Gegensatz zum Landesspital früher und transparenter informiert hat. Aber das macht die Sache nicht wirklich besser. Es ist nicht verwunderlich, dass solche Vorfälle zu wachsender Unzufriedenheit führen und irgendwann niemand mehr den ausgerufenen Zahlen Glauben schenkt.

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