Sportlerwahl à la Liechtenstein: Ein Sympathie-Battle?
Der Liechtensteiner Sportlerwahl-Prozess unterscheidet sich stark von dem der Nachbarn. Während in der Schweiz das Fernsehen die Zügel in der Hand hält, organisiert in Liechtenstein das LOC die ganze Show. Statt harter Fakten regiert hier die Sympathie: Wer die größere Community mobilisiert, räumt ab. Ein Beispiel? Skifahrerin Charlotte Lingg, aufgewachsen im Wallis, bekam kaum Votes. Kein Wunder, 40% der Stimmen kommen direkt aus der Bevölkerung per Online-Voting.
Von Experten zu einem großen Voting-Pool
Bis 2023 entschieden zwei Gremien über die restlichen 60% der Stimmen. Die Liechtensteiner Sportjournalisten und eine bunte Mischung aus LOC-Vorstand, Ehrenmitgliedern und Co. hatten das Sagen. Doch jetzt mischt sich alles: 171 Personen, inklusive Journalisten, wählen gemeinsam. Ein Journalist, der das ganze Jahr über Athleten berichtet, hat das gleiche Gewicht wie ein Verbandspräsident. Stimmen der Journalisten gelten als objektiver, fernab von Sympathie. Das neue System ist noch nicht final: Man denkt über Anpassungen nach.
