Kunst-Expo als DIY-Event
Die Ausstellung «Spot on» im Kunstmuseum Luzern startet mal ganz anders: Der Saal ist leer, nur ein violetter Teppich und ein paar überdimensionale «Bleilote» aus Gummi warten auf die Besucher. Die Gäste dürfen die Lote selbst aufblasen und dadurch Teil des Kunstwerks werden. Kuratorin Eveline Suter erklärt: «Dies weist darauf hin, dass eine Standortbestimmung immer auch im Austausch mit dem Publikum entsteht.»
Hands-on Art
Ein Highlight: Kindles «Handschlag», eine Gipsstukkatur seiner Hand, wird auf einem blauen Sockel aufgestellt. Die Besucher dürfen die Skulptur mit speziellem Schleifpapier bearbeiten. Das Konzept: Je mehr die Besucher schleifen, desto mehr verschwindet die Hand des Künstlers. Kindle meint dazu: «Die Geste der schleifenden Besucher bringt meine Geste zum verschwinden.»
Reenactment und Performance
Kindles erste Monografie wird vorgestellt, gefördert durch den «Spot on»-Preis der Stadt Luzern. Im Buch rekonstruiert er alte Performances in seinem Lager in Balzers. Fotograf Philip Frowein hat die Szenen festgehalten. Dazu gibt’s Interviews und Kraftübungen von Armin Chodzinski, die am 23. Juni live im Museum erlebt werden können.
Musikalische Neuinterpretation
Der bekannte Perkussionist Julian Sartorius spielt auf Relikten von Kindles alten Projekten. Suter betont: «Wir haben immer Freude an neuen Dingen.» Kindle selbst interessiert sich mehr für die Zukunft und offene Fragen: «Zwar ist diese Ausstellung ein Anlass, um zurückzuschauen, doch mich interessiert grundsätzlich der Blick nach vorne.»
