Schulen wollen vom Big Boss Amt mehr Freiraum haben

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Wer hat die Macht in Liechtensteins Schulsystem?

Wenn man unsere Schulen als Business Betriebe betrachten würde, würden sie nicht von einem Boss, sondern von einer Art Zentralpower gelenkt. Sprich, nicht die Schulleitungen entscheiden über Budget, Personal, Infrastruktur oder Arbeitsaufteilung, sondern das Schulamt in Vaduz. Die Schulen und ihre Führungsteams haben kaum noch Entscheidungsgewalt, so Doris Quaderer, Projektleiterin bei Zukunft.li.

Was soll sich ändern?

Die neueste Studie von Zukunft.li, „Innovation durch Schulautonomie und Wettbewerb“, fordert eine Reform des Bildungssystems. Es klemmt an vielen Stellen, die Schulen haben zu wenig Entscheidungsfreiraum. Ob es um Personal, Klassengrößen oder Lehrerlöhne geht, das Schulamt entscheidet.

Wer ist nicht glücklich mit dem aktuellen System?

Eltern, Schulleitungen und Lehrer beschreiben das Schulamt als „zentralistisch“ und „hierarchisch“. Eine Person aus der Bildungsverwaltung sprach von „unsichtbaren Linien, die man nicht überschreiten darf“.

Wie könnte die Zukunft aussehen?

Die Studie schlägt vor, die „Inputsteuerung“ durch staatliche Stellen zu reduzieren. Ideen hierfür könnten ein Globalbudget für Schulen sein, um ihre Autonomie zu stärken. Auch das Personalmanagement und die pädagogischen Konzepte könnten dann von den Schulleitungen übernommen werden – „freieres Lernen und gelegentliches Ausbrechen aus starren Stundenplänen wären dann möglich“, so Quaderer.

Was ist mit Leistungstests?

Die Studie fordert mehr „Outputsteuerung“ – Zielvorgaben für die Schulen und deren Überprüfung, etwa durch Leistungstests. Daher sollten Liechtensteins Schüler wieder bei der Pisa-Studie mitmachen, so die Verantwortlichen bei Zukunft.li.

Was ist mit dem dreigliedrigen System?

Die Studie empfiehlt, das dreigliedrige System auf der Sekundarstufe – Oberschule, Realschule und Gymnasium – aufzulösen. Dies könnte erreicht werden, indem die Anzahl der Schulleitungen pro Schulstandort auf eine reduziert würde.

Was ist mit der freien Schulwahl?

Zukunft.li schlägt in einer zweiten Reformstufe die freie Schulwahl vor, um ein vielfältigeres Bildungssystem zu schaffen. Sie sind sich bewusst, dass diese grundlegende Veränderung „politisch heikel“ ist und dass Bildungssysteme starr sind und Veränderungen schwierig durchzuführen sind.

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