Setup im Mini-Yurt-Theatre
Im kleinen SAL in Schaan droppt das NIE Theatre aus Norwegen, Tschechien und Grossbritannien eine Show im Style einer mongolischen Jurte. Publikum wartet im Vorraum, zieht die Shoes aus und wird von zwei Darstellern mit Saxofon und Gitarre in den Space geholt. Kids und Teens sitzen am Boden, Adults chillen hinten. Im Bühnenbereich: blaues Zelt, Schwimmwesten an den Wänden, dann Full Dark. Eine Taschenlampe geht an, ein Jugendlicher steigt aus dem Zelt: Abdullah. Sein Best Bro im Zelt heisst Omar.
Fluchtstory mit Real-Life-Backstory
Abdullah erzählt von der Flucht aus Aleppo Richtung Norwegen. «Wir wollten so weit weg wie möglich», sagt Abdullah. Ohne Visum geht es per Auto, Zug und Schiff. Via Projektionen wird gezeigt, wie der Krieg startet, die Stadt brennt und Grenzen zur Stresszone werden. In der Türkei zahlen sie Schleppern alles für ein überfülltes Boot. Beim Umsteigen im Sturm fällt Omar ins Wasser und ertrinkt wegen einer gefälschten Schwimmweste. Abdullah flieht weiter bis nach Norwegen und beantragt Asyl.
True Stories, Live Music, Hard Feelings
Die Story basiert auf echten Erfahrungen unbegleiteter Minderjähriger. «Diese Flüchtlinge waren wie ihr zwischen 12 und 19 Jahren und kamen ohne Eltern», sagten die Darstellern den sichtlich interessierten Zuschauern. Der Tod durch Fake-Schwimmweste ist ebenfalls real. Trotz Drama gibt es Happy-Moments mit Live-Musik von Václav Kalivoda und Nils Oortwijn, die passend zu den Ländern performen. Iva Moberg und Nora Svalheim spielen Abdullah und Omar so intensiv, dass die Kids die Angst vor Grenzen und Polizei nachvollziehen können. Beim Moment, in dem Abdullah Omars Mutter anrufen soll, bleibt alles still. «Ich wollte nicht da sein – ich wollte zu Hause sein», sagt Abdullah ganz zum Schluss – danach Applaus.
Next Show
Weitere Aufführung: Mi, 14.1., 19.30 Uhr, kleiner SAL. Tickets: www.tak.li.
