Bus-Drama in Schellenberg
Seit dem Fahrplanwechsel droppt die Linie 32 nicht mehr von Ruggell nach Schellenberg hoch. Liemobil nennt das eine betriebswirtschaftliche Notwendigkeit, Kritiker sehen einen Hit gegen die Grundversorgung. Gemeinderätin Eva Maria Nicolussi Vogt lieferte Regierung und Liemobil ein «klares Zeichen» mit 116 Unterschriften in 24 Stunden und fordert, die «ausschliesslich wirtschaftlich begründeten Argumente» zu überdenken. Schellenberg dürfe nicht vom öffentlichen Verkehr abgeschnitten werden.
Polit-Shitstorm vs. Hard Facts
Support kommt aus dem Landtag: FBP-Fraktionssprecher Johannes Kaiser nennt die Streichung ein «No-Go» und spricht von einem «veritablen Shitstorm». Die Zahlen wirken weniger dramatisch: In Schellenberg gibt’s im Schnitt 490 Zustiege pro Tag, nur zwölf davon an den zwei nun gekillten Stops – rund 2,4 Prozent. 60 Prozent der Fahrten dort waren komplett leer. Infrastrukturminister Daniel Oehry erinnert: Liemobil solle Angebote dort bringen, wo sie genutzt werden. Die gesparten Kilometer pushen jetzt Linie 35 im Halbstundentakt nach Bendern und Ruggell.
School-Kids und Fixes
Für Primarschüler entsteht trotzdem ein Gap. Gemeindechef Dietmar Lampert spricht von einem ergebnisoffenen Austausch mit Liemobil. Sprecher Sigvard Wohlwend prüft Synergien, stellt aber klar: Innerorts-Transporte sind nicht Staatsauftrag, zahlen müsste die Gemeinde. Im Raum stehen eigene Lösungen wie ein Ruftaxi.
