Okay, mal klar in youth-speak: Die Jungs und Mädels vom Schellenberger Gemeinderat haben im Dezember so ’nen fetten Deal durchgezogen: Sie haben das Grundstück 534, das direkt neben dem Gemeindehaus liegt, gekauft und dafür ein paar andere Grundstücke (Nr. 582 und 583) hergegeben. Der Deal ist aber nicht so easy, wie es klingt. Der Typ, der das Grundstück vorher besessen hat, will jetzt vier neue Grundstücke, die insgesamt 3006 Quadratmeter groß sind, und noch dazu 2,7 Millionen Franken.
Die Deal-Bedingungen
Und als ob das nicht schon genug wäre, muss die Gemeinde auch noch 300.000 Franken für den Abriss und den Neubau der Infrastruktur auf den Tauschgrundstücken und die Rodungskosten zahlen. Aber wenn die Leute in Schellenberg das nicht chillig finden, können sie ein Referendum einreichen. So steht’s zumindest im Gemeindeprotokoll.
Referendum on da way
Jetzt hat eine Gruppe unter der Leitung von Schellenbergs ehemaligem Oberhaupt Walter Kieber genau das getan und ein Referendum eingereicht. Sie sind der Meinung: «Vorsorglicher Bodenerwerb ist wichtig – aber nicht um jeden Preis.» Denn die Gemeinde muss viel mehr als nur die 3 Millionen Franken Aufzahlung für den Grundstückstausch zahlen, es kommen noch zusätzliche Kosten für Planung, Ingenieurskosten und die Verlegung der Gasleitung dazu.
Die Kritik
Sie finden, dass der Preis für das Grundstück Nr. 534 im Dorfzentrum durch den Tausch und die hohen Kosten nicht gerechtfertigt ist und dass der Tausch nicht dem ursprünglichen Plan der Gemeinde entspricht, die Grundstücke 582 und 583 für die zukünftige Entwicklung zu nutzen. Denn dabei geht nicht nur viel Geld flöten, sondern auch eine Menge Bauland.
Die Forderungen
Wenn der Tausch doch stattfinden sollte, will die Gruppe, dass zuerst ein Bebauungsplan erstellt wird, um sicherzustellen, dass die beiden Grundstücke optimal und ressourcenschonend genutzt werden. Die Gemeinde sieht das Ganze allerdings etwas anders und findet, dass der Kauf des Grundstücks eine einmalige Chance ist, sich eine strategisch wichtige Fläche für die zukünftige Weiterentwicklung zu sichern.
Zukunftsvisionen
Die Gruppe um Walter Kieber sieht das kritisch und meint, dass es in den nächsten 10-15 Jahren keinen Bedarf für so einen Tausch gibt. Kieber sagt: «Schellenberg hat eine Schule, eine Turnhalle, einen Mehrzwecksaal, einen Werkhof – mir ist nicht bekannt, dass der Gemeinde etwas fehlen würde.» Sie fordern, dass die Interessen der nächsten Generation berücksichtigt werden.
Next steps
Mittlerweile hat die Gruppe angefangen, Unterschriften für das Referendum zu sammeln. Sie brauchen 110 Unterschriften, um das Referendum durchzuziehen. Sie haben sogar eine eigene Website gestartet: schellenberg-referendum.li. Dort können die Leute dann abstimmen, ob sie mit dem Tausch und den Bedingungen einverstanden sind. Der gesamte Deal hat ein Volumen von über 6,8 Millionen Franken.
