Chilling for Windpower in Liechtenstein
Der Gemeinderat von Ruggell will mit ’nem krassen Move die Energieversorgung revolutionieren und plant die erste Windkraftanlage in Liechtenstein. «Eine mutige Version, um den Eigenversorgungsgrad bei der Energie zu erhöhen», sagt Vorsteher Christian Öhri. Aber easy, es ist noch nicht in Stein gemeißelt, dass tatsächlich ein Windrad in Ruggell auftaucht. Die Entscheidung hängt von einer Machbarkeitsstudie ab, die gerade im Rollen ist und deren Ergebnisse in den kommenden Monaten erwartet werden.
Environment ist der Boss
Die externe Firma, die die Machbarkeitsstudie durchführt, checkt, ob die potenziellen Standorte tauglich sind und welche Aktionen notwendig wären. Der Fokus liegt auf der Natur, deshalb sind auch das Amt für Umwelt und der Ornithologische Verein mit am Start. «Diese Vorprüfung aus Umweltsicht ist der entscheidende Punkt, ob das Projekt Windkraft in Ruggell weiterverfolgt wird oder nicht», betont Öhri.
Location, Location, Location
Öhri erklärt, dass drei mögliche Standorte in Betracht kommen, die alle aufgrund ihrer windigen Bedingungen ausgewählt wurden. Ein potenzieller Kandidat ist in der Nähe der Grillstelle Kemmi. «Der mögliche Standortbereich befindet sich zwar aus unserer Sicht genügend weit weg vom Naturschutzgebiet direkt beim Kanal, aber uns ist bewusst, dass dort auch Störche und andere Vögel fliegen, die wir mit geeigneten Massnahmen schützen wollen», erklärt der Vorsteher.
Calandawind als Role Model
Als Inspiration dient das Windkraftprojekt Calandawind in Graubünden, das seit über 10 Jahren läuft und dabei keine toten Tiere verzeichnet hat. Bezüglich der Umsetzungszeit sieht Ruggell Calandawind als Vorbild, obwohl die Realisierungszeit von sechs Jahren ziemlich sportlich ist.
Need for Speed…oder eher nicht?
Bevor das Projekt ins Rollen kommen kann, müssen in Liechtenstein erst die rechtlichen Grundlagen für Windkraftenergie geschaffen werden. Eine Arbeitsgruppe ist bereits dran und sollte ihre Ergebnisse in den nächsten Wochen vorlegen. Ein beschleunigtes Bewilligungsverfahren für den Ausbau der Windenergie, wie es 2023 in der Schweiz eingeführt wurde, wird aber als nicht zielführend angesehen.
