Kandahar: Vom Retro-Vibe zur Renaissance
Einst ein echtes Highlight der Schweizer Schuhszene, rockte die Marke Kandahar mit Promis wie Charlie Chaplin und Herbert von Karajan an den Füßen. Doch in den 70ern geriet die Schweizer Schuhindustrie ins Straucheln, Massenproduktion und Outsourcing drückten die Handwerkskunst weg. Viele Brands wie Bally und Raichle sagten „Bye-bye“ zur Schweiz.
Kybun und Joya: Die Retter in der Not
2021 stand auch Kandahar am Abgrund. Doch Claudio Minder, Co-CEO von Kybun und Joya, wollte die Marke nicht einfach verschwinden lassen oder nach Asien verkaufen. Stattdessen übernahm sein Team die Produktion in Sennwald und bewahrte so ein Stück Tradition. Trotzdem bleibt die Industrie heute ein Schatten ihrer selbst. Minder meint: «Die Schuhindustrie hat heute für die Schweizer Wirtschaft eigentlich keine Bedeutung mehr.»
Zukunftspläne: Qualität über Quantität
Die Vision von Kybun und Joya? Eine Schweizer Schuh-Revival, aber nur wenn der Preis stimmt. Luxus und Qualität sollen trumpfen, nicht Billigware aus Fernost. Auch die Schweizer Armee steht im Fokus: Kybun und Joya will deren Stiefel wieder lokal produzieren. Minder betont: «Wenn wir etwas dazu beitragen können, dass wir wieder unabhängiger vom Ausland werden, dann möchten wir das versuchen.»
