Tarif-Deal bleibt ein No-Show
Die Verhandlungen zwischen dem Liechtensteinischen Krankenkassenverband und dem Physiotherapeuten-Verband Fürstentum Liechtenstein sind ohne Einigung geendet. Die Regierung hat deshalb den Taxpunktwert per Verordnung von 0.98 auf 1.01 Franken angehoben – rückwirkend ab 1. Januar 2026 und befristet bis Jahresende. Der PVFL hatte 1.29 Franken gefordert.
Drei Rappen statt Wunschwert
PVFL-Vorstandsmitglied Angelika Gassner kommentierte den Entscheid zunächst nicht und will das weitere Vorgehen intern absprechen. Die Regierung stützt den Wert auf betriebswirtschaftliche Berechnungen, Lohnvergleiche mit der Ostschweiz und Liechtensteiner Nettoeinkommen. Beide Tarifpartner sollen bis Jahresende eine gemeinsame Lösung liefern.
Schweiz als Gamechanger
Die Befristung hängt mit der Übergangsphase beim Schweizer Physiotherapie-Tarif zusammen. Sobald dort Klarheit besteht, will die Regierung einen möglichen Tarif-Update prüfen.
Fronten weiter hart
Der PVFL verweist auf um 24,2 Prozent gesunkene Realeinkommen seit 2015 und warnt vor Praxisschliessungen oder Rückzug aus der Grundversicherung. Der Krankenkassenverband lehnt 1.29 Franken ab: Rund zwei Millionen Franken Mehrkosten jährlich würden laut ihm über höhere Prämien bei den Versicherten landen.
