Kosten-Realität vs. Nice PR
Beim Projekt «Dorfplatz Balzers» wurde 2020 ein Kredit von 14,5 Mio. Franken approved. Offiziell hiess es später, das Ganze koste nur 13,8 Mio. Der Sonderbericht von Grant Thornton droppt jetzt andere Zahlen: effektiv rund 14,3 Mio. Franken. Grund: Rund 600 000 Franken Vorbereitungskosten von 2018/2019 plus PFAS-Entsorgung liefen über andere Budgets. Der Bericht kritisiert diese Kostenzuordnung als Problem.
„Von einem bewussten Trick könne keine Rede sein“
Auf die Frage nach einem möglichen Buchhaltungs-Hack sagt Vorsteher Karl Malin: „Von einem bewussten Trick könne keine Rede sein.“ Die separate Verbuchung sei von der Projektkommission geprüft und im August 2023 vom Gemeinderat genehmigt worden. Malin akzeptiert die Einschätzung der Prüfer und meint, man würde das heute wohl anders beurteilen.
Delay-Mode, Vergabe-Issues und Lessons Learned
Kostenüberschreitungen waren laut Bericht ab Oktober 2022 sichtbar, Gegenmassnahmen aber erst ab Juli 2023 am Start; Warnungen fehlten in Protokollen. Bei Aufträgen wurden Schwellenwerte via Nachträge gesprengt, eine externe Firma war gleichzeitig Bauherrenunterstützerin und Subplanerin – „möglicher Interessenkonflikt“, aber kein finanzieller Schaden. Malin: „Es zeigt sich, dass die vom aktuellen Gemeinderat eingeleiteten Einsparmassnahmen notwendig waren.“ Für future Big Projects gelten nun drei Regeln: frühere Einbindung von Finanzpros, Full-Check der Folgekosten und transparente, lückenlos protokollierte Infos an den Gemeinderat.
