Tarif-Battle seit Jahren
Seit über zehn Jahren hängt der Physio-Tarif im Liechtenstein-Switzerland-Crossover fest. Nach mehreren Failed Deals übernahm Liechtenstein 2016 das Ostschweizer Modell, 2020 wurde der Taxpunktwert step by step von 1.26 auf 0.98 runtergefahren – in der Hoffnung, die Schweiz regelt irgendwann einen besseren Deal. Die neue Schweizer Struktur ab 2027 ändert den Wert aber nicht, der Druck steigt.
Physios im Survival-Mode
Laut PVFL-Vorstandsmitglied Angelika Gassner arbeiten die Praxen aktuell «aus reinem Pflichtgefühl (…) unter massiver wirtschaftlicher Selbstausbeutung». Ihr Anwalt rechnet vor: «Während die Inflation seit 2015 um rund 7,8 Prozent stieg, sank der Ertrag pro Behandlung um 18,3 Prozent. Real sprechen wir von einem Einkommensverlust von über 24 Prozent.» Mit 0.98 Franken seien keine Löhne drin, die zu Lebenshaltungskosten und Ausbildung passen. Es drohe eine Austrittswelle aus der Grundversicherung und «Zweiklassenmedizin».
LKV kontert mit Zahlen
Der LKV blockt die Forderung nach 1.29 Taxpunkten als +31,6 Prozent Kosten und rund 2 Millionen Franken Mehrbelastung pro Jahr ab: «deutlich überregional, systemwidrig und marktverzerrend». Von Unterfinanzierung will der Verband nichts wissen, verweist auf stabile Anbieterzahlen und warnt vor «Doppelbegünstigung».
Government als Referee
Die Talks sind gescheitert, ein Festsetzungsverfahren läuft. Der Ball liegt beim Ministerium, das zwischen Versorgungssicherheit und bezahlbaren Prämien balancieren soll; ein Entscheid wird nach der Sommerpause erwartet.
