Level-Up des Orchesters
Im Gemeindesaal Eschen zeigte das Orchester Liechtenstein Werdenberg, wohin die Journey geht: Unter Musical Director Michael Raeber-Köck hat das Ensemble technisch und soundmässig deutlich gelevelt. Viele junge, motivierte Players bringen Extra-Drive, der Saal war gut gefüllt, der Applaus „lang anhaltend“. Statt klassisch auf der Stage sass das OLW mitten im Saal – mehr Presence, mehr Detail, mehr Direct-Sound.
Serious Klangkultur
Zum Start stand Richard Strauss’ „Serenade für Bläser in Es-Dur“ auf dem Plan. Die Musik gilt als frühes Strauss-Terrain, „doch sie verlangt Reife, weil sie ohne Effekt sucht und viel über Klangmischung erzählt“. Das OLW setzte einen warmen, runden Gesamtton mit transparenten Linien. Danach folgte Edward Elgars „Serenade für Streicher in e-Moll“ als ruhiger Gegenpol; das Larghetto bot „kein grosse Geste, eher ein leises, tragendes Singen“.
Brahms als Statement
Nach der Pause nahm das OLW Brahms’ 1. Sinfonie als Big Challenge. Der erste Satz mit „markantem, pochendem Rhythmus“ definierte die Dramaturgie. Das Werk „wirkte nicht wie ein Pflichtprogramm, sondern wie ein bewusst gesetztes Statement“. Als Encore diente Brahms’ „Ungarischer Tanz Nr. 1“ – kurz, rhythmisch pointiert, mit erneut „lang anhaltendem Applaus“.
