Ohne Permit vom „Dorfspirit“ abkassieren

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Merch mit ’nem Twist

«Aus Liechtenstein zu kommen ist ein Stolz, aber aus Gemeinde X zu kommen ist ein Privileg.» Dieser Spruch ziert T-Shirts und Pullis, die im Netz umherschwirren. Klingt erstmal rizz, nur ist die Sache ein bisschen sus. Die Anbieter tauschen die Ortsnamen aus, als ob es ein Mixtape wäre – und das nicht nur für Liechtensteiner Orte, sondern auch für andere deutschsprachige Orte wie Bochum. Falls sie jedoch keine Erlaubnis von den Urhebern, in diesem Fall von den Gemeinderäten, dafür haben, dann ist das ein Verstoss gegen das Gesetz. Und wie es aussieht, wurde keine Bewilligung beantragt. Cringe, oder?

Ghosting auf Kommunalebene

«Wir haben keine Kenntnis von diesem Anbieter beziehungsweise von diesen Produkten. Somit fand auch nie ein Kontakt zwischen dem Anbieter und uns statt», so die Antwort aus dem Rathaus Ruggell. Die Produkte schleichen sich durch die Sozialmedien, sind aber sonst kaum auffindbar. Die Links führen zu Print-on-Demand-Unternehmen, welche die Designs umsetzen. Wer genau dahintersteckt, bleibt jedoch sus. Spuren führen nach Grossbritannien und in die USA. Wyld!

Die Konsequenzen sind kein joke

Und was passiert jetzt mit den Verkäufern? Wer das Landeswappen oder Gemeindewappen zu geschäftlichen Zwecken ohne Bewilligung der Regierung oder Zustimmung des Gemeinderats verwendet, muss mit Strafen von bis zu 50 000 Franken rechnen. Bei erschwerenden Umständen sogar bis zu 100 000 Franken. Und das unrechtmässig verdiente Geld kann auch eingezogen werden. Das slayt!

No stress für die Käufer

Diejenigen, die sich solche Kleidungsstücke gekauft haben, müssen sich aber keine Sorgen machen. «Strafbar macht sich derjenige, der das Gemeindewappen ohne Bewilligung zu geschäftlichen Zwecken verwendet, sohin der Verkäufer solcher Produkte, nicht aber eine Privatperson als Käufer», erklärt Frank Haun, Stellvertreter des Leitenden Staatsanwalts. Sobald die Staatsanwaltschaft Kenntnis über einen entsprechenden Sachverhalt hat, wird sie aktiv.

It’s complicated

Die betroffenen Gemeinden sind eher relaxed, Anzeige zu erstatten wäre ein internationaler Akt und mit ordentlich Aufwand und Kosten verbunden. Sicher, stolz auf seine Herkunft zu sein ist cool, aber ob man deshalb fragwürdige Anbieter unterstützen will, ist eine andere Frage. Stay woke!

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