High Finance Gone Wrong
Ein deutscher Kaufmann, selbsternannter «Alchemist der Hochfinanz», landete 2016 mit seiner Treuhandfirma in Liechtenstein. Zusammen mit einem Anwalt startete er ein Fake-Lending-Business: Wer Cash wollte, musste erst mal zehn Prozent Eigenkapital abdrücken – zurück gab’s nix, die Kohle wurde in der Schweiz gebunkert und verprasst. Das Duo flexte mit gefälschten Checks und Bankgarantien in Millionenhöhe, um noch mehr Opfer zu ködern. Der Gesamtschaden lag bei über 1,8 Millionen Euro.
Courtroom Drama
Der deutsche Mastermind wurde 2022 zu fünf Jahren Knast verurteilt. Sein Partner, ein österreichischer Anwalt, skipte die erste Verhandlung, bekam aber später drei Jahre aufgebrummt, davon zwei auf Bewährung. Die Staatsanwaltschaft fand das Urteil zu soft und ging in Berufung, die Verteidigung wollte einen Freispruch. Die Anwältin argumentierte: «Es war nicht seine Intention, jemanden zu schädigen. Vielmehr ist er selbst einem Hochstapler zum Opfer gefallen.»
Final Verdict
Das Obergericht sah beide als Mittäter: «Wir haben zwei Mittäter. Wer die Idee hatte, ist nicht massgeblich. Entscheidend ist, dass der Angeklagte mitgemacht hat.» Das Urteil für den Anwalt wurde auf dreieinhalb Jahre erhöht – ohne Bewährung.
