Razzia und Regulator-Drama
Bei der TGI AG in Vaduz lief vor rund einem Monat eine Hausdurchsuchung: Verdacht auf «gewerbsmässigen schweren Betrug» und Geldwäsche. Gleichzeitig zwingt die deutsche Bafin das Unternehmen, «das ohne Erlaubnis betriebene Einlagengeschäft» sofort zu stoppen; die angenommenen Gelder müssten «unverzüglich» zurückgezahlt werden.
Gold-Deal mit Rabatt und Video-Hype
Core-Produkt ist ein Goldkauf mit 7 % Sofortrabatt, Lieferung innert acht Wochen oder monatlicher Rückverkauf an TGI. Der Deal wird zwei Mal pro Woche via Videokonferenzen mit bis zu 1000 Teilnehmenden gepusht, übersetzt in rund 20 Sprachen. Livestreams auf YouTube erklären das Modell, bleiben aber laut Kritikern immer «undurchsichtiger und verwirrender».
Mining, Margen und «Monsterbond»
Helmut Kaltenegger beschreibt das Business so: «Das Thema Sicherheit wird unter anderem durch die Feingoldbarren mit 7 % Nachlass gepusht, bei denen man sofort weniger zahlt. […] Wir drehen das öfters. Wenn wir das dreimal im Monat drehen, machen wir 15 % Gewinn.»
Zum Mining heisst es: «Wenn wir uns an einer Mine beteiligen, funktioniert das so: Ein Minenbesitzer sagt, dass er beispielsweise 10 Millionen braucht […] Dadurch bleibt genug Profit für den Investor übrig.»
Bond und Krypto-Setup
Über einen angeblichen Grossbond erklärt Kaltenegger: «Der Bond ist gemacht, getan und sollte heute oder morgen schon im Euroclear gelistet sein. […] Gemacht wurde das – um es noch einmal klar zu sagen – für die Sicherheit der Kunden für die Zukunft.»
Parallel läuft «TGI International» aus Dubai. Offiziell nicht für EU/EWR gedacht, faktisch aber mit deutschsprachigen Calls und Käufen via Kryptowährung, die laut Telefon-Info «natürlich nicht erlaubt» seien, aber praktisch niemand kontrolliere.
