Projekt
Die ehemalige Werkhalle der Bruba AG in Balzers bleibt stehen: Upcycling statt Abriss. Jakob Brunhart wählte die Umnutzung und verweist darauf, dass 90 Prozent des Abfalls in Liechtenstein Bauabfälle seien.
Regeln
Die Planung von vier Wohnungen mit Carsharing (zwei Autos für vier Parteien) scheiterte an Reglementen: verlangt wurden je vier Garagen und Stellplätze; das Mobilitätskonzept ist für Privatbauten nicht zulässig.
Umbau
Gebaut wurde eine zweigeschossige Holz-Unit mit blauer Ornamenttür, offenem Wohnraum und Jurtendach-Vibes. Heizung via Stückholzofen und gut gedämmter, luftdicht-diffusionsoffener Hülle; Sommer-Cooling über Beton und Luftzirkulation. Ausstattung als Reuse-Mix aus Waschmaschine, Fenstern, Türen, Herd, Backofen und markantem Schüttstein; «Ein paar Tausender bestimmt».
Haltung
Brunhart kritisiert Konformität: «Liechtenstein kann es sich leisten, Dinge nicht wiederzuverwerten oder nicht zu flicken. Der Sicherheitsgedanke ist sehr stark. Man will es ‹richtig› machen.» Sein Take zur Kreislaufwende: «Würden wir als Gesellschaft wirklich beschliessen, den Bauabfall zu halbieren, würden wir es sicherlich schaffen», meint er, «schliesslich gelingt es uns auch, dass wir jeden Tag im Jahr Bananen kaufen können, obwohl sie hier nirgends wachsen.»
