Cyber-Heist im Hochsicherheits-Register
Im Verzeichnis der wirtschaftlich berechtigten Personen (VwbP), dem Anti-Money-Laundering-Tool von Liechtenstein, kam es in der Nacht auf den 30. Juli zu einem massiven Data Breach. Unbekannte zogen sich die Namen sämtlicher wirtschaftlich Berechtigter von rund 31 000 Rechtsträgern, die Zahl der Betroffenen dürfte im sechsstelligen Bereich liegen.
Hack via legit Portal
Das Entry-Point war laut Regierung genau jenes Portal, über das Rechtsträger ihre Pflicht-Einträge machen. Die Hacker nutzten eine Schwachstelle, legten ein eigenes Userkonto an und zogen die Daten nicht per Big Dump, sondern via Zigtausende Einzelabfragen über mehrere Stunden – Datensatz für Datensatz.
Forensics und Security-Check
Obwohl das VwbP als „vollständig geschlossen“ galt und nur streng limitiert abgefragt werden darf, schlug das System nicht an. Fabian Schmid sagt: «Es war ein gezielter Angriff auf hohem technischem Niveau auf eine hochkomplexe Sicherheitsstruktur» und betont: «Es sind verschiedenste Akteure unterwegs.»
Reputation under Pressure
Justiz hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. Regierungschefin Brigitte Haas nennt den Vorfall «ein schwerer Schlag» und hält fest: «Der Angriff auf uns ist auch ein Angriff auf internationale Compliance-Standards.»
