Mumifizierte Tools checken Keramik-Styles ab

3 Min Read

Art Vibes im Weißen Würfel

Stell dir vor, du trittst in einen Kunstraum und wirst von zwei dope Skulpturen auf Augenhöhe gegrüßt, die an der Wand eines weißen Würfels hängen. Das ist kein Cringe-Traum, Bro, das ist die Ausstellung «Camera Miracula – Erde > < Eisen», von den Vorarlberger Objektkünstlerinnen Maria Jansa und Uta Belina Waeger. Maria Jansa ist die Queen of Keramik, oder wie Margot Prax, die Vernissagerednerin, es ausdrückte: «Maria Jansa brennt für die Urform Erde.» Uta Belina Waeger dagegen hat ein krasses Faible für Eisenwerkzeuge, die sie in mumifizierte Wesen verwandelt.

Art-Parcours mit rostigen Sägeblättern und hutförmigen Schalen

Die Ausstellung ist wie ein Parcours durchkonzeptioniert, wie auch die Vernissagerednerin bestätigte. In einer Ecke hat Uta Belina Waeger fünf wyld große Sägeblätter mit Rostmustern arrangiert. Gegenüber liegen mehrere hutförmige Schalenobjekte von Maria Jansa, die das Runde auch aufgreifen. Weiter im Raum findest du eine Wandinstallation mit trommelähnlichen Eisenringen und schwarzen Tonkegeln, die wie ein Schwarm gruppiert sind. Oder wie es Margot Prax ausdrückte: «Die Zeugen alter Handwerkskunst erhalten stilvolle Rahmen».

Eisen trifft auf Erde

Die Werkzeug-Show geht weiter mit einer rizz großen mumifizierten Handsäge. Im hinteren Raumteil bohren sich große «verhäutete» Nägel in ein hügeliges Keramikbett. Für weitere von Uta Belina Waeger mumifizierte Werkzeuge fertigte Maria Jansa Tonkuppeln an. An der hinteren Raumwand hängt ein Streifen aus geformten Drähten von der Decke hinab und zieht sich auf dem Boden wie ein Stoffband aus Spiralkurven. «Hier kommt es zu einem Austausch der beiden Urelemente», sagte Margot Prax dazu. In der linken Raumecke stürzen bedrohlich wirkende Landgeräte von der Decke herab und treffen auf panzerförmige Keramik.

Verschmelzung in der Camera Miracula

Und dann, das Herzstück der Ausstellung: die «Camera Miracula». Eine begehbare Box, stimmungsvoll beleuchtet, mit einer Werkzeugspitze wie als Kreuz in einer Kapelle arrangiert. Links und rechts davon sind die Gegenstände so krass ineinander verwoben, dass die Werkzeuge beinahe mit den passend dazu angefertigten Keramikfiguren eins werden. «In der Wunderkammer vollzieht sich damit die Vereinigung von Erde und Eisen», wie es Margot Prax ausdrückte. Also, die Künstlerinnen haben es echt geschafft, Divergierendes oder scheinbar Unvereinbares in einen harmonischen Dialog zu überführen. Slay, oder?

Leave a comment