PGR-Jubiläum im Update-Modus
An der Uni Liechtenstein wurde der Band «100 Jahre Liechtensteinisches Personen- und Gesellschaftsrecht im Dialog» gedroppt. Richter Bernd Hammermann nutzt das Event für einen Bold-Move: Das PGR mit aktuell «knapp 1000 Seiten» sei zu thick und brauche ein Re-Design. Er fragt: «Müssen wir uns nach 100 Jahren überlegen, das PGR neu zu schreiben?»
Law as Product – kein 100-Jahre-Oldtimer
Hammermann verweist auf Helmut Heiss, der das PGR als «Rechtsprodukt» bezeichnet. Ziel damals: internationaler Invest-Attractor, mehr Wohlstand. Vergleich im Real-Life-Style: «Hilti beispielsweise verkauft keine Bohrmaschinen, die älter als zehn Jahre sind.» Vorschlag: Rechnungslegung auslagern, originär liechtensteinische Formen wie Stiftung und Anstalt trennen von AG/GmbH, um EU-Parts sauber zu isolieren.
Too complex to read – Marketing-Problem
Aktuell sorgen «Zwischenartikel» und Verweistechnik für Rechtsunsicherheit. EWR-Regeln im «Allgemeinen Teil» können nicht unterschiedlich ausgelegt werden: «Es kann nicht sein, dass die gleichen Artikel jeweils unterschiedlich angewandt werden.» Inhaltlich sei das Gesetz «eigentlich ein tolles Gesetz, das EWR-konform ist», aber die «Verpackung ist zu komplex».
Next Step: Taskforce statt Stillstand
Hammermann will eine breit besetzte Arbeitsgruppe und nennt das Jubiläum «einen guten Zeitpunkt». Ziel: «Wir sollten den Mut haben, das PGR fit für die nächsten 100 Jahre zu machen.»
