Chillen auf der Couch mit der Rente im Blick? Nope, nicht für alle! Viele Liechtensteiner sagen „Adios Ruhestand“ und hängen trotz des offiziellen Rentenalters noch nicht ihren Job an den Nagel. Das hat ne fresh Auswertung vom Amt für Statistik gezeigt.
Die Zahlen lügen nicht
Check das: Ende 2022 waren 22,6 Prozent der Leute zwischen 65 und 69 immer noch am Hustlen – das sind mehr als 500 Leute! Klar, mit steigendem Alter sind weniger aktiv, aber bei den 70- bis 79-Jährigen ist immer noch jeder Zehnte am grinden. Zum Vergleich: Bei den 20- bis 64-Jährigen sind es 78 Prozent, bei den 60- bis 64-Jährigen 56,6 Prozent.
Teilzeit statt Vollgas
Die meisten entscheiden sich allerdings, das Pensum downzusizen. Die Hälfte der Beschäftigten arbeitet nur noch zu einem geringen Pensum von unter 50 Prozent. Aber immerhin fast ein Drittel ist auch im Pensionsalter noch full-time am Start, einige sogar mit über 70 Jahren.
Wo sind die Senior-Jobber?
Wo die älteren Leute so jobben, lässt sich nicht so easy sagen. Aber laut der Auswertung sind etwa 150 Liechtensteiner trotz Rente noch in der Industrie tätig, besonders im Baugewerbe. Im Dienstleistungssektor ist die Rate der 65+ Jobber mit etwa 81 Prozent sogar höher als die allgemeine Jobrate von 72 Prozent. Besonders viele Rentner sind im Handel, im Verkehr und Lagerei, in der Rechts- und Steuerberatung oder als freiberufliche Dienstleister tätig.
Trend zur längeren Jobphase
Mehr und mehr Menschen sehen die Option, statt mit 65 zu chillen, einfach weiter zu arbeiten: 2008 waren es nur 442 Leute, 2022 schon 941. Der Trend zeigt sich noch stärker, wenn man die Grenzgänger mit einbezieht: Die Anzahl der über 65-jährigen Arbeiter hat sich fast verdreifacht. 2022 waren fast 1300 Beschäftigte bereits 65 Jahre und älter.
Regierungs-Support
Die Regierung findet das mega und will es pushen. Das ist wichtig wegen des Fachkräftemangels und der Herausforderungen bei der langfristigen Sicherung der Altersvorsorge. Ältere Leute können ihr Wissen und ihre Erfahrung einbringen und es gibt Bedarf, die Fachkräfte zu motivieren, länger zu arbeiten und die Frühpensionierungen zu reduzieren. 2022 waren etwa 60 Prozent der Neurentner noch nicht im ordentlichen Pensionsalter.
Was ist der Plan?
Gesellschaftsminister Manuel Frick will die Rahmenbedingungen verbessern und in diesem Jahr einen Schwerpunkt darauf legen. In der Altersstrategie sind auch mögliche Maßnahmen angedacht, aber sie sind noch etwas vage. Es könnte z.B. darum gehen, die Teilzeitarbeit nach dem Rentenalter zu fördern oder den AHV-Rentenbezug flexibler zu gestalten.
Was ist mit den Unternehmen?
Es könnte auch darum gehen, bei Mitarbeitern über dem Rentenalter die Dauer der Lohnfortzahlung bei längerer Krankheit anzupassen und die Lohnnebenkosten zu reduzieren. Auch der Kündigungsschutz könnte halbiert werden. Aber andererseits soll das gute Bildungsangebot für Senioren erhalten und gut erreichbar bleiben.
Wer muss ran?
Die Landesverwaltung soll bei der Förderung längerer Erwerbstätigkeit vorangehen – immerhin erreichen über 300 Verwaltungsangestellte in den nächsten zehn Jahren das ordentliche Pensionsalter. Aber auch die Arbeitgeber müssen mitmachen, um älteren Menschen attraktive Arbeitsplätze zu bieten. Es ist ein Umdenken erforderlich.
