Neutrality 2.0 – Oldschool Konzept im Stresstest
Ukrainekrieg, Nahost, Iran und Attacken von Israel und den USA setzen die klassische Neutralität von Schweiz und Liechtenstein massiv unter Druck. Die EU-Sanktionen gegen Russland wurden übernommen, die iranische Revolutionsgarde als Terrororganisation gebrandet – Neutralität mit Hard-Update.
Petzold-Mähr: Rules-Based Order or nothing
Bettina Petzold-Mähr betont, Liechtenstein sei „völkerrechtlich nicht neutral“, brauche aber wegen „wachsende geopolitische Risiken“ eine stabile, regelbasierte Ordnung. Die EU-Sanktionen seien kein Selbstzweck, sondern Tool für Stabilität. „Die Einstufung der iranischen Revolutionsgarde als Terrororganisation zeigt … dass Liechtenstein bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“
Kindle-Kühnis: Diplomacy over Army
Marion Kindle-Kühnis erinnert: Ohne Militär sei echte Neutralität kaum machbar, dafür zähle „diplomatisches Geschick“. Unkoordinierte Solo-Runs könnten „mehr Schaden als Nutzen“ bringen, gefragt sei Balance zwischen Zurückhaltung und Engagement.
Zwiefelhofer: Neutral = Sus?
Thomas Zwiefelhofer warnt: Strikte Neutralität wirke heute schnell „als Komplize von Schurkenstaaten“. Er „würde daher eine mutigere Haltung Liechtensteins begrüssen“.
Türkyilmaz: Neutral, aber nicht egal
Tuana Türkyilmaz fordert Neutralität mit klaren Values: „Neutralität bedeutet, Völker- und Menschenrechtsverletzungen konsequent als solche zu benennen.“ Zukunft habe sie nur, „wenn sie Solidarität mit Angegriffenen ermöglicht – nicht wenn sie zur politischen Ausrede wird.“
