Heatwave auf der Alp
Auf Liechtensteins Alpen läuft aktuell ein ziemlicher Hitzestress – vor allem für die Kühe. Laut den Alpvögten Dominik Konrad und Matthias Risch fühlen sie sich nur bei chillig-kühlen Temperaturen wohl und geraten schon ab 20 Grad unter Druck. Resultat: «erhöhte Atemfrequenz, reduzierte Futteraufnahme, sinkende Milchleistung und (…) das Aufsuchen von kühleren Plätzen.» Schattenplätze unter Bäumen sind aktuell Hotspot, die Herden fressen eher abends und «zudem saufen die Tiere in diesen warmen Perioden mehr».
Futter- und Wasser-Status
Die Sömmerungsdauer auf der Alp Guschg droppt dieses Jahr safe unter das Level der letzten Jahre. Problem ist weniger das Water, sondern das Feed: «Bereits im Frühling hatten wir weniger Niederschlag. Gräser und Kräuter haben zwar ausgeschossen, der Aufwuchs war jedoch bedeutend geringer.» Viele Jungpflanzen sind verdorrt. Mobile Tränken werden gecheckt, denn «das Tierwohl steht für uns an erster Stelle», gleichzeitig werden gewisse Weiden wohl gar nicht bestossen.
Critical Zone Triesenberg
Die Alpe Guschg ist nicht ans Wassernetz angeschlossen, die Sennerei muss deshalb ihren Verbrauch kritisch managen. In Sücka läuft die Käseproduktion dank Netzanschluss normal. In den Triesenberger Alpen ist die Lage «prekär»: Wasser musste per Heli auf Garsälli geflogen werden, Wannen werden auf die Weiden gebracht. Präsident Isidor Sele erwartet eine frühere Alpabfahrt, weil der zweite Aufwuchs weak ist. Trotzdem sollen alle Weiden bestossen werden – wichtig für Alpine-Care und weil Sömmerung vom Land gefördert wird, wenn 75 bis 100 Prozent der Flächen genutzt sind.
