LLB peilt deutsche Private-Banking-Szene an
Die Liechtensteinische Landesbank (LLB) geht auf Tour in Richtung deutsche Private-Banking-Szene. Die News, dass die LLB Deutschland erobern will, wurde in der ganzen DACH-Region geteilt. Mit der LGT ist die LLB die zweite Bank aus Ländle, die in Deutschland am Start ist.
Die LLB geht mit etwa 40 Crew-Mitgliedern in Frankfurt, Düsseldorf und München an den Start. „In den letzten Jahren verzeichneten wir bei deutschen Kunden eine steigende Nachfrage. Sie schätzen die Stabilität und Sicherheit sowie die Qualität der Liechtensteinischen Landesbank. Da wir weiteres Potenzial sehen, wollen wir in Zukunft auch vor Ort präsent sein“, meint LLB-Boss Gabriel Brenna im „private banking magazin“.
LGT will auch in Deutschland durchstarten
Die LLB ist nicht die einzige Bank aus Liechtenstein, die Bock auf den deutschen Private-Banking-Markt hat. Auch die LGT will dieses Jahr ihr Business in Deutschland pushen. Die Bank der Fürstenfamilie expandiert in Germany big time. Nach der Eröffnung von Offices in Hamburg, Düsseldorf und Köln Anfang Januar, ist die LGT jetzt auch in Frankfurt am Start, so die Bank in einer News am 8. Januar.
Die Expansion der Standorte scheint damit erstmal durch zu sein. Nach den Locations in Frankfurt, Düsseldorf, Köln und Hamburg will die LGT als nächstes ihren Hauptsitz in München und damit den Süden weiter ausbauen, berichtet die Bank.
LGTs Comeback in Deutschland
Schon im Herbst 2022 eröffnete die LGT in Hamburg ihr erstes Office bei ihrem Deutschland-Comeback. Das komplette Team von 15 Leuten kam von der Bethmann Bank zur LGT. Auch die Leitung übernahmen mit Torsten Hein und Jörg Finck zwei Bethmann-Banker, die im September als Standortleiter freigestellt wurden.
Mit Hamburg war die LGT nach ihrem Rückzug 2011 wieder in Deutschland vertreten. Damals schluckte die Bethmann Bank die LGT Bank Deutschland. Vorangegangen war ein geplatzter Deal: Die LGT wollte die BHF-Bank von der Deutschen Bank kaufen, aber die Aufsichtsbehörden sperrten sich dagegen. Wieso der Sinneswandel der LGT? „Deutschland ist einer der grössten Private-Banking-Märkte Europas. Dass wir deshalb in diesem Markt präsent sein wollen, ist für uns eine logische Konsequenz. Der Aufbau eigener Standorte in Deutschland ermöglicht es uns, unsere Kundschaft auch vor Ort zu beraten“, erklärt Prinz Max von und zu Liechtenstein, der LGT-Boss, im „private banking magazine“.
Frankfurt als wichtiger Finanzplatz
Dr. Florian Dürselen, Mitglied der Geschäftsleitung der LGT Bank, bestätigt das in der aktuellen Mitteilung: „Frankfurt ist einer der führenden Finanzplätze in Europa. Nicht nur für die Finanzbranche ist dies interessant, sondern auch für vermögende und anspruchsvolle Private-Banking-Kundinnen und -Kunden. Wir freuen uns daher sehr, hier mit einem neuen Team zu starten, denn das Potenzial für uns als LGT ist gross.“
Liechtensteins Banken und ihr Ruf in Deutschland
Und was ist mit dem schlechten Image, das liechtensteinischen Banken in Deutschland manchmal nachgesagt wird? Ist der Steuerskandal um Post-Chef Zumwinkel in Deutschland vergessen? LLB-CEO Gabriel Brenna antwortet darauf in der aktuellen „Handelszeitung“: „Vergessen nicht, aber es ist lange her, und der Liechtensteiner Finanzplatz hat sich seither grundlegend verändert. Die Tatsache, dass die LGT und wir wieder in den deutschen Markt gehen, zeigt vor allem, dass es eine echte Nachfrage von Seiten der Kundschaft gibt.“ Liechtenstein habe in den letzten zehn Jahren einen guten Job gemacht und sich konsequent auf die neue, steuertransparente Welt eingestellt.
VP Bank hält Deutschland im Blick
Die Nummer drei unter den liechtensteinischen Big Banks, die VP Bank, hat zwar kein Office in Deutschland, aber den Markt trotzdem auf dem Radar, berichtet das „Vaterland“. Letztes Jahr hat die VP Bank mit Marcel Seger einen neuen Boss für das Private Banking in Deutschland ernannt. Die Kunden werden vom Stammhaus Vaduz und von Zürich aus betreut.
