Trump’s Tariff Drama: Liechtenstein in der Zwickmühle
In einer unerwarteten Wendung hat US-Präsident Donald Trump am 2. April saftige Strafzölle auf Importe aus Liechtenstein angekündigt. Die Regierung hatte zwar mit Zöllen gerechnet, aber die geplanten 37 Prozent kamen dann doch wie ein Blitz aus heiterem Himmel. «Diese Massnahmen treffen uns nicht komplett unvorbereitet», sagte Aussenministerin Dominique Hasler. Trotz täglicher Analyse und Austausch mit der US-Administration war das Ausmaß schockierend.
Zollschock und Reaktionen
Trump begründet die Zölle als Reaktion auf angebliche 73 Prozent, die Liechtenstein auf US-Güter erhebt. Wirtschaftsministerin Sabine Monauni erklärte: «Die Berechnungsmethode ist komplett unüblich. Darauf kann man sich schwer vorbereiten.» Regierungschef Daniel Risch nennt Trumps Zahlen «absurd», da seit Anfang 2024 gar keine Industriezölle mehr erhoben werden. Eine Taskforce soll nun die wirtschaftlichen Folgen prüfen.
Strategische Diplomatie statt Eskalation
Liechtenstein setzt auf Diplomatie, da die Aussenhandelsautonomie seit 1923 bei der Schweiz liegt. Gespräche mit der Schweiz und den USA stehen im Fokus, während Taskforce-Leiter Martin Frick betont: «Alle versuchen, eine Verhandlungslösung zu finden.» Risch bleibt skeptisch: «Die Zölle werden nicht einfach so wieder verschwinden. Sonst würde der US-Präsident sein Gesicht verlieren.»
Wirtschaftliche Konsequenzen
Die USA sind ein wichtiger Handelspartner; 2024 wurden Waren im Wert von 345 Millionen Franken exportiert. Die Zölle könnten jedoch nicht durch Preiserhöhungen kompensiert werden, so Fabian Frick von der Handelskammer. Risch warnt: «Man muss nicht unbedingt Güter nach Amerika exportieren, um betroffen zu sein.» Die Auswirkungen auf die globale Wirtschaft sind noch unklar.
