Kriminaltouris bringt die Stats durcheinander

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(Bild: Gezielte Einreisen

Polit-Talk vs. Realitätscheck

Landtagsabgeordneter Martin Seger (DpL) sorgte Ende April für Buzz, als er aus der Kriminalstatistik eine krasse «Übervertretung» von Ausländern ableitete. Bei einem Ausländeranteil von 35 Prozent an der Bevölkerung seien «rund 62 Prozent der ermittelten Tatverdächtigen ausländische Staatsangehörige» und damit angeblich rund 4,9‑fach übervertreten. Auch im Alltag seien laut Seger Veränderungen spürbar.

Innenminister droppt die Full Stats

Landtagsabgeordneter Roger Schädler (VU) triggert eine Kleine Anfrage, worauf Innenminister Hubert Büchel die Zahlen detailliert ausrollt und Segers Rechnung kontert. Zwar hatten «rund 68 Prozent von den insgesamt 575 ermittelten Tatverdächtigen eine ausländische Staatsbürgerschaft», jedoch handle es sich mehrheitlich um «reisende Täter», «Kriminaltouristen» ohne Bezug zu Liechtenstein. Von 393 ausländischen Tatverdächtigen lebten 250 im Ausland, nur 143 im Inland.

Numbers don’t lie

Setzt man nur die inländische Wohnbevölkerung ins Verhältnis, liegt der Anteil nicht liechtensteinischer Tatverdächtiger bei 25 Prozent. «Die Behauptung einer fast fünffachen Übervertretung sei folglich nicht korrekt», stellte Büchel klar. Insgesamt waren von 325 Tatverdächtigen mit Wohnsitz im Inland 44 Prozent Ausländer – eine 1,26‑fache Übervertretung. In der Untersuchungshaft sassen 2025 24 Personen, davon 20 Ausländer mit Wohnsitz im Ausland.

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