Jugendwohngruppe in Triesen ist seit ’nem Jahr mega vollgestopft

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Notstand bei Jugend-Psycho-Hilfe

Hey, also check das: Die Lage mit der Hilfe für psychisch belastete Teens in Liechtenstein ist echt nicht mehr fresh. Letztes Jahr haben Ärzte und Organisationen schon Alarm geschlagen und gefordert, dass ein Plan für psychische Hilfe so schnell wie möglich erstellt wird. Dieser soll im Frühjahr endlich grünes Licht bekommen. Der Verein für Betreutes Wohnen (VBW) setzt auch voll darauf, um den Bedürfnissen der Jugendlichen in der Jugendwohngruppe (JWG) gerecht zu werden.


Überbelegung in der Jugendwohngruppe

Die JWG war im Jahr 2023 fast immer überbelegt, mit durchschnittlich 111 Prozent Belegung, das ist echt heavy. Auch jetzt sind mehr Teens im Eugen-Rosmarie-Haus in Triesen untergebracht, als eigentlich Platz ist. Aktuell sind fünf Girls und vier Boys in der JWG. Es ist echt eine brenzlige Situation, weil es noch mehr Bedarf gibt. „Es trifft uns hart, wenn wir den Bedarf nicht decken können“, sagt Ramona Hornung, die Therapeutische Leiterin der Sozialpädagogischen Dienste.


Zunehmende psychische Belastungen

„Wir sehen seit Jahren eine Zunahme von psychischen Belastungen und Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen“, sagt Ramona Hornung. Die Gründe sind vielfältig: Stressige Familienverhältnisse, psychischer Druck in der Familie, Leistungsdruck oder belastende Kindheitserfahrungen. Hinzu kommen die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Viele Jugendliche konnten in dieser Zeit wichtige Entwicklungsschritte nicht machen, weil der soziale Kontakt fehlte.


Therapieangebote fehlen

Die hohe Auslastung und die zunehmenden Bedürfnisse der Jugendlichen stellen das JWG-Team vor große Herausforderungen. „Leider haben wir nicht immer die Kapazität für therapeutische Hilfe“, sagt Ramona Hornung. Das Problem: Die Einführung von psychologisch-therapeutischen Leistungen wird durch das fehlende Psychiatriekonzept blockiert. Wie andere Einrichtungen hofft auch die JWG auf eine schnelle Verabschiedung des Konzepts. Der VBW setzt sich seit Jahren dafür ein, die sozialpädagogischen und therapeutischen Hilfen so zu gestalten, dass sie besser zur Lebenswelt und den tiefen seelischen Problemen der Jugendlichen passen. Dazu zählen die Einführung von psychologisch-therapeutischen Hilfen sowie hausinterne Therapieangebote. „Auch komplementäre Angebote wie Kunst- und Musiktherapie wären hilfreich“, so Ramona Hornung.


VBW hofft auf das Psychiatriekonzept

Der VBW hofft, dass das Psychiatriekonzept bestehende und ortsnahen Angebote fördern wird, damit die betroffenen Jugendlichen besser an Schule und Gesellschaft teilnehmen können. Die psychiatrische Versorgung ist stark geprägt von zahlreichen Schnittstellen und verschiedenen Fachbereichen wie Ärzte, Amtsstellen, Dienstleister, aber auch Lehrer und weitere familienbegleitende Dienste.


Therapeutisches Tagesangebot fehlt

Die JWG bietet zwar ein stationäres Angebot für Jugendliche mit Problemen, aber es fehlt ein Tagesangebot. Laut VBW wäre so eine therapeutische Tagesstruktur echt sinnvoll und notwendig. Die Jugendlichen könnten dann an ihren Zielen arbeiten und trotzdem zu Hause leben. „An meiner alten Arbeitsstelle in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie konnten wir durch ein tagesklinisches Angebot viele stationäre Aufnahmen vermeiden“, weiß Ramona Hornung. Auch anhand der klinisch-therapeutischen Tagesstruktur des VBW für Erwachsene sieht man, dass die Klienten von so einem Angebot profitieren könnten.


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