Liechtenstein: Risikoanalyse und IWF-Debatte
Die neue Gefährdungs- und Risikoanalyse zeigt, dass Liechtenstein ziemlich vulnerabel ist. In der Frühjahrsstudie skizzierte das Amt für Bevölkerungsschutz 18 Krisenszenarien und deren Eintrittswahrscheinlichkeiten. Bei der Live-Diskussion über den IWF-Beitritt im Triesner Gemeindesaal wurde diese Studie mehrfach zitiert – etwas überraschend, da es um Innen- und nicht Außenpolitik geht.
Pro IWF-Beitritt
Regierungschef Daniel Risch, FBP-Abgeordneter Wendelin Lampert und Roman Eggenberger von der IG „Ja zum IWF-Beitritt“ argumentierten, dass der IWF als „Kreditgeber letzter Instanz“ bei Katastrophen helfen könnte. Besonders betonte Lampert das Szenario eines schweren Erdbebens mit Schäden von 10 Milliarden Franken, während die Staatsreserven nur 2,5 Milliarden betragen. Optionen wären entweder Notunterkünfte oder der Wiederaufbau der Häuser mit IWF-Liquidität.
Contra IWF-Beitritt
Johannes Kaiser und das Referendumskomitee um Gebhard Frick und Judith Spalt plädierten dafür, in die eigene Notfallvorsorge zu investieren. Kaiser schlug vor, einen eigenen Zukunftsfonds wie Norwegen aufzubauen. Eine Expertenkommission wäre dafür nötig. Lampert entgegnete, dass Liechtenstein keine Erdöleinnahmen wie Norwegen habe und jeder Bürger eine Viertelmillion einbezahlen müsste, um den Fonds zu füllen.
Heftige Diskussionen
Lampert warf der Gegenseite vor, um den heißen Brei herumzureden und mit der Zukunft des Landes zu spielen. Kaiser konterte, dass die Pro-Seite „Angstmacherei“ betreibe und IWF-Kredite zurückgezahlt werden müssten. Eine Katastrophe mit 10 Milliarden Franken Schaden sei eine „apokalyptische Vision“. Lampert verwies auf die Gefährdungsanalyse, aus der die Zahl stamme.
