In Liechtenstein gibt’s keinen kinderfreundlichen Knast

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Ein eigener Jugendhaftvollzug ist eine der 48 Empfehlungen des Vereins für Menschenrechte

Jugendgewalt im Aufwind

Jugendgewalt in Mitteleuropa steigt, und Liechtenstein ist mittendrin. Laut Kriminalstatistik der Landespolizei gab’s letztes Jahr 61 Gewalttaten von 44 Minderjährigen, gegenüber 45 Taten im Vorjahr. Fast die Hälfte der Täter war unter 14 Jahre alt. Von den 38 männlichen und sechs weiblichen Verdächtigen hatten 25 die liechtensteinische Staatsbürgerschaft. Der Verein für Menschenrechte (VMR) und die Ombudsstelle für Kinder und Jugendliche betonen: „Diese negative Entwicklung bei der Jugendgewalt sollte beobachtet und gestoppt werden.“

Arbeitsgruppe am Start

2023 gab’s zwar keine jugendlichen Häftlinge, aber die steigende Jugendgewalt lässt erwarten, dass Haftstrafen zunehmen. Problem: Liechtenstein hat keinen kinderrechtskonformen Haftvollzug. Eine Vereinbarung mit Österreich existiert, aber Plätze für Haft mit Therapie fehlen oft. Alicia Längle vom VMR sagt, dass der Haftvollzug im Ausland familiäre Kontakte vermissen lässt, was für Jugendliche crucial ist.

Seit letztem Jahr arbeitet eine Gruppe unter Leitung des Amts für Soziale Dienste an einem neuen Konzept. Ein österreichisches Modell, das alle wichtigen Personen des Jugendlichen einbezieht, wird geprüft. Menschenrechtsinstitutionen fordern, dass die Arbeiten für ein inländisches Jugendhaftkonzept zackig abgeschlossen werden.

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