Vom Hauswart zum Boss
Ende 2020 landet C. T.* bei einem «erfolgreichen Unternehmer» in Vaduz, macht als Allround-Hauswart alle Jobs von Garten bis Toilettenpapier und schiebt laut eigenen Angaben meist 12-Stunden-Tage. Nebenbei coacht er seinen Chef sportlich und regelt dessen Private Stuff – unbezahlt. Wenige Monate später folgt das Upgrade: Geschäftsführer-Posten in einer Gesellschaft. Dazu sagt er später bei der Landespolizei: «Es klingt natürlich sehr gut, aber solche Geschichten existieren, auch wenn nur sehr selten. Ich hatte […] ein tolles Gefühl dabei.»
Big Money, Big Names
C. T. landet damit mitten im Fritsch-Fall rund um die Fritsch und Co. AG. Über seine Firma wird ein 10-Millionen-Euro-Investment in das Bau-Start-up Gropyus geparkt, Geld der Misamo AG von «Wassermilliardär» Michael Schäff. Dessen Geschäftsmodell beschrieb die «Süddeutsche Zeitung» 2023 als: «billiges Trinkwasser abfüllen und teuer verkaufen». Laut Buchhalter: «Schäff wollte mit seinem Investment im Hintergrund bleiben.»
Haftungsrisiko statt Karriereboost
Die FFE Management GmbH, in die C. T. eingesetzt wurde, trägt das Haftungsrisiko. Er selbst nennt sich «Geschäftsführer der Geschäftsführerin», ohne Zugang zu Konten, ohne mehr Lohn («Ich wollte nicht gierig wirken»), mit angeblich nur 10 000 Euro Haftung – zugesichert vom «Hausanwalt».
Red Flags und Exit
Der Mood kippt, als Schäff in Vaduz auftaucht, den Misamo-Mietvertrag kündigt und Kunst im Wert von über einer Million Euro mitnimmt. Bisher hatte es den Anschein gemacht, «als würde es sich bei diesen Gemälden um Eigentum des Florian Fritsch handeln». Weitere Konflikte, unter anderem mit Markus Fuhrmann, werden für C. T. zum Warning-Sign.
Zwischen den Fronten
Laut Buchhalter sind Gelder «nicht wie geplant geflossen», Verträge sollen «bereinigen», sonst profitiere Fritsch unrechtmässig. Gleichzeitig heisst es: Unwissenheit schütze nicht vor Strafe, C. T. trage als Organ die Verantwortung. Von Fritsch-Seite wird er hingegen «gedrängt», ohne Investor-Zustimmung nichts zu unterschreiben. C. T. beschreibt die Situation als «Rosenkrieg», in den er nicht hineingeraten wollte.
Game over für den Fake-CEO
Die Causa wird ihm «zu komplex», er verweigert jede weitere Unterschrift und tritt wenige Wochen nach seiner eigenen Anzeige bei der Landespolizei zurück. Die FFE wird liquidiert, Fritsch und Co. AG und Fritsch AG sind da bereits insolvent. Es gilt die Unschuldsvermutung.
