Bestatter-Business: Echte Storys, kein Netflix Drama
Yo, peeps! Kennt ihr diese Jobs, die man eher meidet? Bestatter fallen definitiv darunter. Aber hey, es ist schon irgendwie interessant, oder? Die Serie „Der Bestatter“, ein Hit des Schweizer Fernsehens, crasht die Ratings, obwohl sie nichts mit der Realität zu tun hat, sagt Peter Marxer, ein Bestatter mit fast 40 Jahren Erfahrung. Der Dude hat einiges erlebt, besonders hart ist es aber, wenn er mit Todesfällen in der eigenen Familie oder Freundeskreis klarkommen muss. Wie dieser wyld Moment, als er und sein Vater zu einem Todesfall gerufen wurden und dann sein Dad auch noch starb. Solche Erlebnisse können einen echt zum Zweifeln bringen, aber sie machen auch stark. Und stark muss Peter sein, mental und körperlich.
Was macht einen guten Bestatter aus?
Marxer hat 1984 die Bestattungsanstalt Marxer gegründet. Die Särge kommen heute aus Luzern, die Urnen werden lokal in Nendeln hergestellt. Viele Leute sind hilflos, wenn sie das erste Mal mit dem Tod konfrontiert werden. Marxer hilft ihnen dann, sich durch diese schwierige Zeit zu navigieren. Was einen krassen Bestatter ausmacht? „Er nimmt sich viel Zeit für ein Gespräch mit den Hinterbliebenen. Er ist einfühlsam und ein guter Zuhörer“, erklärt er. Das Goal ist, den Angehörigen so viel Arbeit wie möglich abzunehmen.
Innovation bei der letzten Reise
Im Bestatter-Business sind auch Innovationen gefragt. Bestattungsvorsorgeverträge können eine sinnvolle Investition sein. Sie regeln die Finanzierung der Bestattung und geben dem Kunden die Sicherheit, dass die Beisetzung nach seinen Wünschen abläuft. Marxer erzählt von einem deutschen Ehepaar, das in Liechtenstein lebte und eine Seebestattung in Hamburg wünschte. Er fuhr dann jeweils mit der Urne nach Hamburg, um ihren letzten Wunsch zu erfüllen. „Jede Bestattung ist einzigartig, weil jeder Mensch eine würdevolle Bestattung verdient hat“, sagt Marxer. Er findet es allerdings auch cringe, wenn Verstorbene in einem Gemeinschaftsgrab „versorgt“ werden, oft ohne Priester. Aber es gibt auch Momente der Dankbarkeit in seinem Job, die ihm und seinem Team Kraft geben.
Bestatter-Stats und kid tragedies
Im Jahr 2022 starben 271 Menschen in Liechtenstein. Während seiner Karriere hat Marxer rund 3500 Menschen auf ihrem letzten Weg begleitet. Besonders trübsinnig wird es, wenn er Kinder oder Jugendliche einsargen muss. „Das geht sehr nahe, wir mussten auch schon therapeutische Unterstützung anfordern“, sagt er. Früher wurden Pferde für die Überführung eingesetzt, heute sind die Fahrzeuge top ausgestattet. Sie sind besonders nützlich, wenn Überführungen ins Ausland anstehen, wie beispielsweise nach Belgrad, Kalabrien, Sizilien oder Barcelona.
Feuerbestattungen und Umweltissues
Die Vorschriften für Bestatter haben zugenommen, aber die Jobbeschreibung hat sich nicht groß geändert. Eine massive Änderung gibt es jedoch beim Verhältnis zwischen Feuer- und Erdbestattung. Heute werden etwa 80% mehr Feuerbestattungen gewünscht. Aber was ist eine umweltfreundliche, klimaneutrale Bestattung? Sowohl Erdbestattungen als auch Feuerbestattungen können die Umwelt belasten, besonders wenn die Asche, die oft Schwermetalle enthält, in der Natur verstreut wird.
Abschalten und auftanken
Im Unternehmen von Marxer arbeiten drei Mitarbeiter auf Abruf. Es ist ein 24/7-Job, 365 Tage im Jahr. Würde er den Beruf nochmal wählen? „Nein“, sagt er ohne zu zögern. In seiner Freizeit chillt er gerne mit seiner Partnerin Astrid oder hört Musik. Er spielte 25 Jahre Trompete bei der Gampriner Harmoniemusik und liebt lustige Filme. Irgendwann wird er seinem jüngeren Bruder das Unternehmen übergeben und dann endlich seine eigene „Bucket List“ abarbeiten. Und der Tod? „Der Tod gehört zum Leben und zu meinem Beruf. Und der Tod macht mir immer wieder bewusst, wie kostbar das Leben ist“, sagt er. Sein Wunsch für das eigene Ableben? „Ich möchte einmal schmerzfrei einschlafen, aber erst in dreißig Jahren.“
