Gesundheitsnation? No way, wir brauchen ’ne Gesundheitsregion!

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„Zu viele Spitäler in der Nachbarschaft“, so das Urteil des Liechtensteiner Krankenkassenverbands (LKV). Laut deren Bericht sind die Krankenhäuser die größten Cash-Burner in der obligatorischen Kranken- und Pflegeversicherung. Dennoch plant man den Neubau eines Landesspitals, das den Geldbeutel um weitere 6 Millionen Franken erleichtern wird. Ist das nicht einfach ein Overkill? Angela-Livia Amann vom LKV stellt klar: „Wir wollen ein eigenes Spital für unseren souveränen Staat, aber wir sind keine Insel.“ Es geht also um die Balance zwischen Bedürfnissen und Kosten.

Das neue Spital soll Grundversorgung bieten, als Notfallzentrum agieren und Nachversorgung ermöglichen. Aber es kann nicht das Zentrum aller medizinischen Leistungen sein. Das LKV plädiert dafür, das Angebot an Dienstleistungen sinnvoll zu definieren, um Überkapazitäten und damit steigenden Kosten zu vermeiden.

„Erst nach Festlegung des konkreten Angebots kann eruiert werden, ob regional ein Überangebot vorliegt.“

Der Neubau selbst wird aus Steuergeldern finanziert, die Prämien bleiben also (vorerst) unberührt. Aber was dabei am Ende rauskommt, ist entscheidend. Eine klare Definition des Leistungsangebots steht also noch aus.

„Wenn die Qualität nicht stimmt würde der Krankenkassenverband intervenieren.“

Mit dem Neubau könnte Vaduz wieder ein attraktiver Standort werden und die Kooperation mit umliegenden Krankenhäusern ermöglichen.

„Grundsätzlich funktioniert eine gute Kooperation nur, wenn man auf Augenhöhe ist und ein ausgeglichenes Angebot hat.“

Das alte Krankenhaus kann mit den Anforderungen an ein modernes Spital nicht mithalten. Daher ist ein Neubau nötig, um überhaupt kooperationsfähig zu sein.

„Es braucht zuerst ein neues Gerüst, damit das Landesspital sich überhaupt an einer Kooperation beteiligen könnte.“

Ein reines Notfallspital wäre keine Option, da dies zu einer Abhängigkeit von der Region führen würde.

„Wir wären in einem absoluten Abhängigkeitsverhältnis. Das schwächt auch den LKV in Tarifverhandlungen.“

Die Gesundheitsversorgung in Liechtenstein ist erstklassig und das soll auch so bleiben. Mit dem Neubau des Landesspitals erwarten die Prämienzahler keine automatische Prämienerhöhung, da die Kostenfrage stark von den angebotenen Leistungen abhängt. Der LKV will in dieser Debatte keine Abstimmungsempfehlung abgeben, sondern fordert eine nachhaltige Investition in die Gesundheitsversorgung.

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