Money Moves: Lehrlingslohn Boost?
Legit question, Leute: Kann man den Fachkräftemangel chillen, indem man Lehrlingsgehälter pimpt? Lorenz Wyss, der Big Boss der Bell Food Group AG, ist da voller Überzeugung: «Eine Komponente ist der Lohn, der – wie er sich heute präsentiert – nicht in die Zeit passt», so Wyss gegenüber dem «Tagesanzeiger». Der Plan ist einfach: Lehrlingen mehr Cash geben, so dass sie nach der Ausbildung nicht abhauen. Die Idee: «Ein Lehrling verdient im ersten Lehrjahr 2000 Franken, im zweiten 3000 und im dritten den Mindestlohn von 4200 Franken». Sounds dope, oder?
Reaktions in Liechtenstein: Not so lit
Aber in Liechtenstein ist die Resonanz eher cringe. Die meisten sagen, dass das Gehalt während der Ausbildung eher so sus ist. Werner Kranz vom Amt für Berufsbildung und Berufsberatung (ABB) findet, dass die Jugendlichen eher einen Lehrberuf suchen sollten, der ihnen Freude macht und ihren Skills entspricht.
Hilcona: Down for Discussion
Bei Hilcona, die zur Bell Group gehört, findet man die Idee von Wyss eher lit. «Lorenz Wyss hat mit seiner Forderung für erhöhte Lehrlingsgehälter bewusst eine öffentliche Diskussion über die Bezahlung der Lernenden angestossen. Wir unterstützen diese Diskussion sehr gerne.» Sagt Markus Amann, der Sprecher von Hilcona. Aber ob die Hilcona-Lehrlinge auch mehr Cash sehen werden, ist noch offen.
«100pro! Berufsbildung Liechtenstein»: That’s a nope!
Ivan Schurte, Bereichsleiter von «100pro! Berufsbildung Liechtenstein», findet die Bell-Lehrlingsoffensive ziemlich goofy: «Den Ansatz finde ich in allen Belangen verwerflich.» Er findet, dass die Lohnhöhe für die Generation Z unwichtig ist. Stattdessen sind für sie das Team, interessante Aufgaben, flexible Arbeitszeiten und Work-Life-Integration wichtiger.
AGIL: Not so cool for Companies and Youngsters
Auch Patrick Elkuch, Projektleiter der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer (LIHK), ist der Meinung, dass die Berufswahl nicht von kurzfristigen Anreizen wie einem hohen Lehrlingslohn beeinflusst werden sollte. «Mit dem Vorschlag des Bell-CEO würden die Jugendlichen bereits im dritten Lehrjahr praktisch gleich viel Geld verdienen wie mit einer 100-prozentigen-Stelle nach abgeschlossener Lehre.» Er glaubt, dass ein zu hoher Lehrlingslohn Jugendliche zu einer falschen Berufswahl verleiten könnte.
